BLKÖ:Sattler, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sattmann, Joseph
Band: 28 (1874), ab Seite: 275. (Quelle)
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Sattler, Joseph (Maler, gebürtig aus Olmütz, Geburts- und Todesjahr unbekannt, lebte im 18. Jahrhunderte). Er war ein Schüler des Malers Johann Georg Haudke, eines gebornen Schlesiers, der sich in Olmütz seßhaft und durch mehrere gelungene Fresken und andere Bilder einen guten Namen gemacht hatte. Von Olmütz begab sich S. nach Wien und von dort zur letzten Ausbildung nach Rom. In Wien gewann er an der Akademie für seine Arbeiten einen Preis. In der Folge machte er sich in seiner Vaterstadt seßhaft und malte daselbst viele Fresken und Altarbilder. Von seinen Bildern sind bekannt zu Olmütz in der Sacristei der dortigen Garnisonskirche ein „H. Michael“ und noch zwei andere Gemälde; in der St. Mauritzkirche: „St. Cyrill und Methodius“ und das Hochaltarblatt: „Maria Hilfe“; ferner im Olmützer Kreise zu Großlatein das Hochaltarblatt in der Kirche Mariä Himmelfahrt; zu Teinitz drei Altarblätter in der gleichnamigen Kirche; im Prerauer Kreise zu Fulnek in der dortigen Dreifaltigkeitskirche sieben Altarblätter und die Fresken der drei Kuppeln; zu Dollein nächst Olmütz die Fresken der dortigen Kapelle; zu Brünn in der St. Jacobskirche ein „Christus am Kreuze mit dem trauernden Johannes und mit Magdalena“. Sattler wird als geschickter Maler gerühmt; in der Erfindung war er weniger glücklich, hingegen wird seine Farbenmischung gelobt. Sein Vorbild war Correggio, nicht Corredo, wie es bei Nagler u. A. heißt; er hatte dessen Meisterwerke in Italien fleißig studirt und nachgeahmt, daher sein im Uebrigen schönes Colorit öfter etwas Neblichtes und seine Carnation mitunter kalte Töne zeigt.

Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes (Wien, A. Doll, 8°.) Jahrg. 1810, Bd. III, S. 138, im Aufsatze: „Ueber bildende Künste in Mähren“. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. XV, S. 36. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon u. s. w. (Hildburghausen, gr. 8°.) Zweite Abthlg. Bd. VII, S. 207, Nr. 2.