BLKÖ:Sawiczewski, Julian Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sawiczewski, Joseph
Band: 28 (1874), ab Seite: 319. (Quelle)
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Sawiczewski, Julian Jos. (Schriftsteller, geb. zu Krakau im Jahre 1795, gest. ebenda 10. Februar 1854). Ein Sohn des Joseph S. [s. d. Vorigen], besuchte die Schulen in Krakau, trat unter Napoleon in die polnische Armee, kehrte aber nach beendetem Kriege zu den Studien zurück und wurde im J. 1818 Doctor der Medicin und Chirurgie, bei welcher Gelegenheit er die Inaugural-Dissertation „De ferro“ veröffentlichte. Im nächsten Jahre trug er als außerordentlicher Professor an der Krakauer Hochschule die Makrobiotik vor, von Jänner 1825 bis Ende 1826 die Pharmacie, übernahm darauf das Lehramt der Geschichte der Medicin, der Medicinal-Polizei und der Thierarzneikunde und im Jahre 1833 an Stelle der letzteren die gerichtliche Medicin. Als im Jahre 1833 die zur Reorganisation des Freistaates Krakau aufgestellte Commission ihn zur Ablegung eines neuen Examens aufforderte, legte S., der nach so vielen Jahren, während welchen er das Lehramt versehen hatte, einer neuen Prüfung sich zu unterziehen zu stolz war, sein Lehramt nieder und übte von nun an nur seine ärztliche Praxis aus, die Muße seines Berufes der Wissenschaft und der Musik widmend, in welch letzterer er tüchtige Kenntnisse besaß. Eine von ihm mit großer Sorgfalt zusammengestellte Sammlung von Volksliedern, namentlich sogenannter Krakowiaken, welche in Fachkreisen allgemein gekannt war, verlor er sammt seiner Habe in der Feuersbrunst, von welcher Krakau im Jahre 1850 heimgesucht worden. In den [320] Sitzungen der Krakauer Gelehrten-Gesellschaft, deren Mitglied er war, trug er nachstehende, in den Jahrbüchern der Gesellschaft abgedruckte Abhandlungen vor: „Zastosowania z nauki weterynaryi“, d. i. Einzelne Vorkommnisse aus der Lehre der Thierarzneiwissenschaft; – „O zarazie morowej atenskiej“, d. i. Von der atheniensischen Pest; – „O medycynie u ludów dzikich“, d. i. Von der Arzneikunst wilder Völker; – „Historyja policyi lekarskiej“, d. i. Geschichte der medicinischen Polizei. In letzterer Zeit leidend, raffte ihn der Tod im Alter von 59 Jahren hin.

Encyklopedyja powszechna u. s. w. Bd. XXIII, S. 33.