BLKÖ:Schönborn, Rudolph Franz Erwein Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Schönborn, Wappen
Band: 31 (1876), ab Seite: 139. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 118610074, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Schönborn, Rudolph Franz Erwein Graf|31|139|}}

16. Rudolph Franz Erwein Graf (Ritter des goldenen Vließes, geb. 23. October 1677, gest. 22. September 1754), ein Sohn des Grafen Melchior Friedrich [Nr. 15] und Maria Sophiens Freiin v. Boyneburg. Der Graf, ursprünglich Domicellar zu Trier, trat dann als Kämmerer und Reichshofrath in kaiserliche, als Vicedom von Aschaffenburg in churmainzische Dienste. 1709 wurde er churmainzischer wirklicher Geheimrath, 1709 Oberhofmarschall, 1710 ging er als Gesandter an den Hof zu Dresden. Kaiser Karl VI. schlug ihn bei seiner Krönung 1711 zum Ritter des h. röm. Reiches, verlieh ihm 1713 die geheime Rathswürde, worauf der Graf die churmainzischen Dienste aufgab, und 1731 – dem Ersten seines Geschlechtes – den Orden des goldenen Vließes, der nach ihm noch einen Schönborn, seinen Neffen Eugen Franz Erwein, schmückte. Im November 1701 hatte sich Graf Rudolph Franz mit Maria Eleonore, geb. Gräfin Hatzfeld, Witwe nach Otto, Grafen von Dernbach, vermält. Da ihre erste Ehe kinderlos geblieben, brachte sie ihrem zweiten Gemal ein ansehnliches Erbe mit: die im fränkischen Kreise liegende Reichsherrschaft Wiesentheid, wonach sich noch heute ein Zweig der Grafen Schönborn schreibt; die im Marburger Kreise der Steiermark gelegene große Herrschaft Arnfels und die Herrschaft Waidenstein im Klagenfurter Kreise Kärnthens. Ihre Ehe war mit neun Kindern gesegnet, von deren sieben Töchtern Eva Therese als Aebtissin zu St. Anna in Würzburg 1794 starb, und Anna Katharina mit Franz Anton, n. A. Franz Arnold Marquis von Hoensbroech sich vermälte; die fünf anderen starben theils jung, theils unvermält. Von den zwei Söhnen wurde der jüngere, Melchior Friedrich Joseph, Priester und war zuletzt Propst zu St. Alban in Mainz; der ältere, Joseph Franz Bonaventura, pflanzte die noch heute blühende fränkische Linie des Hauses Schönborn mit Bernardine Gräfin Plettenberg, mit welcher er sich am 30. August 1736 vermält hatte, fort [vergl. die Stammtafel].