BLKÖ:Schez, Peter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 29 (1875), ab Seite: 251. (Quelle)
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Schez, auch Schets, Peter (gelehrter Jesuit, geb. zu Wien 11. Jänner 1691, gest. zu Gratz 25. April 1756). Trat im Jahre 1706, damals 15 Jahre alt, in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er seine Studien beendete, das philosophische und theologische Doctorat erlangte und dann, im Lehramte verwendet, [252] zu Gratz, Görz und Tyrnau die philosophischen Disciplinen, zu Gratz und Wien Controvers und Casuistik und zu Gratz zuletzt Dogmatik vortrug. In letzterer Stadt fungirte er überdieß 15 Jahre als Kanzler und war in der Zwischenzeit auch als Rector zu Klagenfurt thätig. Er hat mehrere Schriften anonym herausgegeben, deren Titel sind: „Metamorphosis Hungariae seu fabulosa Regionis, Praesidiorum aliarumque rerum quarundam memorabilium origo. Carmen“ (Tyrnaviae 1716, typ. Acad., 12°.), Karl Graf Zichy, als er noch Zögling der Theresianischen Ritterakademie in Wien war, übersetzte dieses Gedicht unter Anleitung des Jesuiten Joseph Burkardt in’s Deutsche und gab es daselbst 1768 (8°.) heraus; – „Geographia nova veterum locorum regnorumque nominibus et historica synopsi aucta“. I.–III. (Tyrnaviae 1726 et 1727, 8°.); – „Historia Ducum Styriae in tres partes divisa ...“ (Graecii 1718, Widmanstad, Fol.), wurde von dem Gratzer Collegium dem Kaiser Karl VI. als Geburtstagsgeschenk dargebracht; überdieß besorgte er eine neue Ausgabe der Schrift des Bischofs Daniel Huetius (nicht Daniel Kurtius, wie ihn Stöger nennt): „De situ paradisi terrestris et navigationibus Salomonis“. – Sein jüngerer Bruder Franz Xaver (geb. 8. Juli 1701, gest. bald nach Aufhebung des Ordens zu Wien) war gleichfalls Jesuit, zu Klagenfurt, Wien, Linz, Passau, Gratz im Lehramte thätig und hat eine Leichenrede auf den Tod des Kaisers Karl VI. unter dem Titel: „Panegyricus funebris Carolo VI. Imp. Rom. dictus“ (Graecii 1741, Widmanstad, Fol.) drucken lassen.

Fejér (Georgius), Historia Academiae scientiarum Pazmaniae Archi-Episcopalis ac M. Theresianae regiae literaria (Budae 1835, 4°.) p. 76. – Peinlich (Rich. Dr.), Geschichte des Gymnasiums in Gratz (Gratz 1872, 4°.) S. 76 u. 77. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 314 et 315.