BLKÖ:Schrattenbach, Vincenz Joseph Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schrattenbach, Wappen
Band: 31 (1876), ab Seite: 269. (Quelle)
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Schrattenbach, Vincenz Joseph Graf (Bischof von Brünn, geb. 18. Juni 1744, gest. zu Brünn 25. Mai 1816). Ein Sohn des Grafen Franz Anton aus dessen Ehe mit Maria Josepha Gräfin Wrbna. Nachdem er im Hause eine sorgfältige Erziehung erhalten hatte, kam er, um sich für seinen Beruf, den [270] geistlichen Stand, vorzubereiten, nach Salzburg, wo er im Jahre 1760 öffentlich disputirte und am 25. Jänner 1762 ein Canonicat erhielt. Am 31. Mai 1777 erfolgte seine Ernennung zum Fürstbischofe von Lavant und St. Andrä in Kärnthen, am 23. Juni seine Confirmation und am 6. Juli seine Consecration. Er war allgemein beliebt. Seiner Verwendung gelang zur besseren Dotirung des Bisthums die im Jahre 1781 erfolgte Einverleibung der Propstei Maria-Saal in Kärnthen in dasselbe. Im Jahre 1789 wurde er zum Dompropste von Salzburg ernannt, er resignirte nun am 29. Februar 1790 das Bisthum, und um den bisher geführten Fürstentitel ferner führen zu können, kaufte er denselben für eine geringe Summe. Er trat nun, nachdem er 12¾ Jahre Bischof von Lavant gewesen, als salzburgischer General-Vicar für Ober- und Niederkärnthen seine neue Stelle an. Er war als solcher zugleich Propst[WS 1] zu Maria-Saal, zu St. Maurizen und Magdalena bei Friesach, hochfürstlich salzburgischer geheimer Rath und Vicedom zu Friesach. Als sein Nachfolger im Bisthume, Gandolph Ernst Graf Kuenburg, nach erst vierjähriger Regierung am 1. December 1793 mit Tode abging, kehrte Vincenz Joseph auf Bitten der Geistlichkeit und Bevölkerung wieder in sein Bisthum zurück und seine zweite Ernennung erfolgte am 26. Juli 1795. Er war ein Kirchenfürst, dessen Andenken bei den Kärnthnern fortlebt, seine Güte gegen die Unterthanen, seine Leutseligkeit, Menschenfreundlichkeit gegen Alt und Jung, Hoch und Nieder wurden hoch gerühmt. Als das Städtlein St. Andrä durch Feuer großen Schaden gelitten, war es der Fürst, der den Verunglückten hilfreich beisprang und Alles that, um das durch den Brand entstandene Elend zu lindern. Aber noch einmal sollten die Kärnthner den geliebten Kirchenfürsten verlieren, es war, als Kaiser Franz II. den Grafen Vincenz im Jahre 1799 zum Bischofe von Brünn ernannte. Bischof Vinzenz wurde nun am 16. August 1799 in seiner neuen Würde confirmirt, am 14. November d. J. inthronisirt und am 11. October 1800 installirt. Nachdem er 17 Jahre sein neues Bisthum verwaltet, starb er im Aller von 72 Jahren tief betrauert, auch in Brünn das Andenken eines edlen Kirchenfürsten hinterlassend. Von seinen bei festlichen Gelegenheiten gehaltenen Ansprachen sind einige im Drucke erschienen, und zwar: „Kurze Anrede bey Gelegenheit einer am 31. März 1801 in dem Frauenkloster bey St. Elisabeth nächst Brünn aufgenommenen Ordensprofession“ (Brünn 1801, 8°.); – „Rede an die Landwehre, gehalten den 14. März 1809“ (ebd. 1809, 4°.); – „Rede an das zusammengesetzte Landwehr-Feld-Bataillon, gehalten den 19. April 1809 bey Gelegenheit der Fahnenweihe“ (ebd. 1809, 4°.). Kaiser Franz hatte dem würdigen Prälaten das Großkreuz des Leopold-Ordens verliehen.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1836, 8°.) Bd. IV, S. 589.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Prost