BLKÖ:Schwarzinger, Johann Franz Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 32 (1876), ab Seite: 340. (Quelle)
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Schwarzinger, Johann Franz Ritter von (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Wien im Jahre 1737, gest. ebenda 11. März 1808). Trat vor Beginn des siebenjährigen Krieges in die kaiserliche Armee, und zwar bei der Artillerie ein, welcher Waffe er zeitlebens angehörte. Im siebenjährigen Kriege (1756–1763) focht er in den verschiedenen Unterofficiers-Graden; in der darauf folgenden Friedensperiode rückte er zum Officier vor und im bayerischen Erbfolgekriege[WS 1] (1779) commandirte er bereits als Major, und zu Beginn der französischen Revolutionskriege (1793) als Oberstlieutenant im 3. Artillerie-Regimente. In diesen letzteren bewährte er sich als tapferer Soldat und Herr seiner Waffe. Im Armeecorps des Feldzeugmeisters Baron Alvinczy eingetheilt, that er sich zunächst in der Expedition nach Flandern bei der Vorrückung gegen die Festung Dünkirchen hervor. Am 24. August 1793 hatte S. mit wohlangebrachtem Feuer und der vortrefflichen Aufstellung seiner Batterien den Feind aus dem bedeckten Wege vertrieben und es dem Belagerungsheere ermöglicht, bis auf 400 Klafter vor die Festung zu rücken. In den Tagen des 6., 7. und 8. September behauptete S. gegen den angreifenden und stark überlegenen Feind standhaft seinen Platz in den Dünen und als am 9. der Rückzug angetreten werden mußte, war es, so beschwerlich dieser war, doch zunächst Schwarzinger’s Umsicht zu danken, daß auch nicht ein Geschütz in die Hände des gewaltig an- und nachdrängenden Feindes gerieth. – Als am 28. October genannten Jahres Feldmarschall-Lieutenant Baron Werneck den Angriff auf Lannoy mit Erfolg ausführte, hatte S., der diesen Angriff aus freien Stücken mitgemacht, wesentlichen Antheil an dem günstigen Ausgange. Seine glänzendste Waffenthat aber vollführte S. bei Courtray am 10. und 11. März 1794. Der linke Flügel des von dem Feldzeugmeister Grafen Clerfayt befehligten Corps war am letztgedachten Tage von 3 Uhr Morgens bis 9 Uhr Abends ununterbrochen im hartnäckigsten Kampfe engagirt und konnte seine Stellung nur dadurch behaupten, daß Schwarzinger mit nur sechs Kanonen den ihm gegenüberstehenden 40 Geschützen des Feindes so erfolgreichen Widerstand leistete, bis am 12. der angeordnete Rückzug stattfand. Eine französische Quelle berichtet aus diesem Anlasse: „Le comte de Clairfayt devait en partie à la bravoure et a la habilité du lieutenant-colonel Schwarzinger le salut de son corps d’armée“. S. erhielt bei dieser Gelegenheit eine schwere Verwundung. In der 42. Promotion des Maria Theresien-Ordens-Capitels, welchem am 11. Mai 1796 Feldmarschall Graf Lascy präsidirte, wurde S. mit dem Ritterkreuze ausgezeichnet. Am 2. Jänner [341] 1797 zeichnete sich S. vor Kehl aus, wo er, bei der Einnahme der Fleschen und der Redoute bei Schwalbenschwanz mitwirkte. Im nämlichen Jahre noch rückte er zum Obersten vor. Im folgenden befehligte er die Artillerie der in Bayern aufgestellten Reichscontingents-Armee, im Jahre 1799 die Haupt-Reserve bei der Rheinarmee und in der Schweiz. Im Jahre 1800 erfolgte seine Beförderung zum General-Major, im Jahre 1804 wurde er Inhaber des 2. Artillerie-Regiments, vor ihm Johann Graf Kolowrat-Krakowsky. Er trat nun in den Ruhestand über, den er nur kurze Zeit genoß, da er schon im Jahre 1808, im Alter von 71 Jahren, verschied.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 477 u. 1738.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Erfolgekriege