BLKÖ:Seczujacz, Arsenius Freiherr von Heldenfeld

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 33 (1877), ab Seite: 270. (Quelle)
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Seczujacz, auch Szeczujacz, Freiherr von Heldenfeld, Arsenius (General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. in der k. k. Peterwardeiner Militärgrenze im Jahre 1720, gest. zu Wien 13. Jänner 1814). Schon sein Vater Georg hatte von der Pike auf, nämlich als Gemeiner des Peterwardeiner Grenz-Regiments, in welches er um 1710 eingetreten, zu dienen angefangen, wurde 1730 Oberlieutenant, 1734 wirklicher Hauptmann und hatte während einer 44jährigen Dienstzeit mit dem Degen vor dem Feinde zu wiederholtenmalen sich ausgezeichnet. Besonders that er sich 1716 bei Peterwardein und dann beim Sturme auf Belgrad hervor. Bei Zwornik war er in türkische Gefangenschaft gerathen und ein Jahr in derselben geblieben, hatte auch noch in den folgenden Kriegen in Ungarn, Italien, im Elsaß, am Rhein mitgefochten und ward fünfmal verwundet. In Anbetracht dieser seiner eigenen Verdienste, und daß seine drei Söhne, der eine damals als Oberstwachtmeister, der andere als Oberlieutenant, der dritte als Fähnrich in der kais. Armee standen und sich als tapfere Officiere erprobt hatten, wurde Georg Seczujacz, damals Hauptmann im Slavonischen Peterwardeiner Infanterie-Regimente, mit Diplom vom 7. Juli 1759 in den erbländischen Adelstand mit dem Prädicate von Heldenfeld erhoben. – Von den obigen drei Söhnen verdient der eine, Arsenius, der sich die höchste militärische Auszeichnung, nämlich den Maria Theresien-Orden, erkämpft, nähere Erwähnung. Arsenius war im Jahre 1741 als Cadet bei den Gradiskanern in die kaiserliche Armee eingetreten und hatte bis zu seiner Ordensverleihung und Erhebung in den Freiherrnstand in den damaligen Kriegen gegen Frankreich, Spanien, Preußen mitgefochten. In diesen verschiedenen Feldzügen hatte er sich in Italien bei Camposanto, Velletri, Piacenza, Rottofredo, dann im siebenjährigen Kriege, damals bereits Major, bei Collin, Breslau, Hochkirch, Maxen und Landshut, insbesondere in letzterer Schlacht durch seine Tapferkeit ausgezeichnet, da er, wie sein Freiherrnstands-Diplom darüber berichtet, in derselben „1500 Mann mit ungemeiner Klugheit und Herzhaftigkeit angeführet und andurch übergroßen Vortheil verschaffet“. Er hatte nämlich mit einem Bataillon seines Regiments einen Angriff gegen die Plattendorfer [271] und Reichhemmersdorfer Anhöhen mit so glücklichem Erfolge unternommen, daß der Feind alle Verschanzungen räumte, worauf er ihm bei der Verfolgung über den Boberfluß mehrere Geschütze abnahm, und viele Gefangene machte. Bei dem bald darauf folgenden Sturme auf Glatz unternahm S. aus freien Stücken mit zwei Bataillons den Angriff auf die neuen Werke. Der Erfolg war siegreich, denn die Besatzung, 1 Oberst, 1 Major, 30 Officiere, 2 Grenadier-Compagnien und 672 Mann anderes Fußvolk, mußte die Waffen strecken. Ebenso that er sich bei der zweiten Eroberung der Festung Schweidnitz im October 1761 hervor, wo er wieder mit 1200 Freiwilligen den Sturm unternahm, das Reichenbacher Thor nebst der Wasserschanze einnahm, die Besatzung zu Kriegsgefangenen machte und so wesentlich zur Einnahme der Festung beitrug. Später zeichnete er sich noch beim Ueberfalle des Convois bei Domstädtl (30. Jänner 1758) und bei Langenbielau aus, an welch’ letzterem Orte er die feindlichen Vorposten zurücktrieb, zwei Geschütze erbeutete und dreihundert Mann Kriegsgefangene einbrachte. Für diese Waffenthaten wurde Arsenius, damals Oberstlieutenant und Commandant der regulirten Temesvarer, Banater-Illyrischen Miliz, in der 7. Promotion (vom 30. April 1762) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet und den Statuten desselben gemäß im Jahre 1767 in den erbländischen Freiherrnstand erhoben. In der Folge trat S., der 1783 General-Major geworden, auf ah. Anordnung in den Pensionsstand über, um wegen seiner Kenntnisse und Erfahrungen über die Verhältnisse in den Grenzländern eine Hofrathsstelle bei der illyrischen Hofkanzlei anzunehmen, welche er bis an sein im hohen Alter von 94 Jahren erfolgtes Ableben bekleidete. Seczujacz kommt auch Szeczujacz geschrieben vor, im Freiherrnstands-Diplom erscheint er als Seczujacz.

Adelstands-Diplom für Georg Seczujacz, ddo. Wien 7. Juli 1759. – Freiherrnstands-Diplom für Arsenius Seczujacz von Heldenfeld, ddo. Wien 26. December 1767. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 143 u. 1730.
Freiherrliches Wappen. Quadrirter Schild mit Herzschild, 1 u. 4 in Grün, ein weiß und roth gefärbter türkischer Bund mit silbernem Federbusch. 2 u. 3 in Gold, ein zum Fluge sich erhebender schwarzer Adler. Das Herzschild zeigt in Roth einen rechts vorgestreckten geharnischten Arm, dessen Hand den obenbeschriebenen Türkenbund hält. Auf dem Schilde ruhen drei gekrönte Turnierhelme. Der mittlere in’s Visir gestellte Helm trägt den vorbeschriebenen geharnischten Arm mit dem Türkenbund; auf den Kronen der beiden anderen Helme stehen zueinandergekehrt je ein schwarzer Adler. Die Helmdecken sind durchgängig rechts roth mit Silber, links grün mit Gold unterlegt. – Das einfache Adelswappen gleicht dem vorbeschriebenen, nur hat es Einen gekrönten Turnierhelm mit dem schwarzen Adler auf der Krone. Die Farben der Helmdecken sind rechts grün mit Gold, linke roth mit Silber unterlegt.