BLKÖ:Seilern, Christian August Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Seiler
Band: 34 (1877), ab Seite: 19. (Quelle)
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Seilern, Christian August Graf (Staatsmann, geb. 22. April 1717, gest. zu Wien 15. October 1801). Ein Sohn des Grafen Johann Friedrich (II.) aus dessen Ehe mit Anna Maria Gräfin Lengheim. Nachdem er eine sorgfältige Erziehung genossen, war er bereits 1737, im Alter von erst 20 Jahren, Regierungsrath und 1745 Reichshofrath. Er trat dann in die diplomatische Laufbahn über, wurde königl. kurböhmischer Gesandter bei der Reichsversammlung zu Regensburg, bestimmter Botschafter zur Königswahl Kaiser Joseph’s, sodann einzig ernannter zu dem Friedens-Congreß in Augsburg und verweilte sechs Jahre als k. k. Botschafter am englischen Hofe. Aus der Diplomatie kehrte der Graf dann zur Verwaltung und zuletzt zur Justiz zurück und wurde zunächst niederösterreichischer Statthalter und im Jahre 1779 oberster Justiz-Präsident in Wien, welch’ letztere Würde er durch zwölf Jahre während der ganzen Josephinischen Regierungsperiode bekleidete. Im Jahre 1791 resignirte er seine Stelle. Die „Biedermanns-Chronik“ schildert S. als einen patriotisch gesinnten, eifrigen, von bewährter und strenger Rechtschaffenheit erfüllten Minister, mit einem ernsten stillen Charakter, der im Dienste des Staates grau geworden. Graf S. war ein Gönner, Beschützer, Freund und Wohlthäter von Sonnenfels. Ueber die innigen Beziehungen beider Männer zu einander, erhalten wir durch Sebastian Brunner in dem in den Quellen verzeichneten „Mysterien der Aufklärung“ einige Aufschlüsse. Auch bemerkt die oben angeführte „Biedermanns-Chronik“, daß „Graf S. während seiner rühmlichen Laufbahn sich Verdienste in Menge gesammelt“. Der Graf war Herr der Herrschaften Luckow, Kralitz, Litschau, Alt-Titschein, Przilepp und Hetzendorf; ferner der Lehen Martinitz, Kurowitz und Trzebetitz, er war Oberst-Erb-Postmeister in Mantua und Oberst-Erbland-Küchenmeister in Kärnthen, k. k. wirklich geheimer Rath und Großkreuz des St. Stephans-Ordens. Am 6. Februar 1741, damals 24 Jahre alt, vermälte er sich mit Charlotte, Tochter des Grafen Friedrich Eberhard von Solms-Sonnenwalde, welche nach 42jähriger Ehe das Zeitliche segnete und von ihrem Gatten[WS 1] um volle 18 Jahre überlebt wurde. Sie hatte ihm drei Söhne und eine Tochter geboren; von ersteren pflanzte der jüngste, Karl Jacob August, das Geschlecht fort.

Brunner (Sebastian, Die Mysterien der Aufklärung in Oesterreich 1770–1800 (Mainz 1869, Franz Kirchheim, gr. 8°.). S. 66. – Oesterreichische Biedermanns-Chronik. Ein Gegenstück zum Phantasten- und Prediger-Almanach (Freiheitsburg [Akademie in Linz] 1784, kl. 8°.) I. (und einziger) Theil, S. 183. – Vehse (Eduard Dr.), Geschichte des österreichischen Hofs und Adels und der österreichischen Diplomatie (Hamburg, Hoffmann u. Campe. 8°.) Bd. VIII, S. 102.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Gat-.