BLKÖ:Sieberer, Peter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Siebert, Christian
Band: 34 (1877), ab Seite: 241. (Quelle)
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Sieberer, Peter (Tiroler Landes-Vertheidiger, Geburtsjahr unbekannt, gest. im October 1834). Ein Bauer des Dreysinggutes am Buchberge, Pfarre Werfen, der sich im denkwürdigen Jahre 1809 als Hauptmann einer Pongauer Compagnie im Salzburgischen besonders hervorgethan hat. Er war dem Stegenwaldner Wirthe Joseph Struber (siehe diesen) zur Vertheidigung des Passes Lueg im Salzburgischen beigegeben, und bewies in seinen kriegerischen Operationen ebenso Muth als Einsicht und Klugheit. Im Kampfe unerschütterlich, kannte er keine Rücksicht, um den Feind aus dem [242] Lande zu jagen, und opferte seine eigene Habe. Während Struber in Dienstessachen abwesend war, führte Sieberer dessen Commando im Engpasse, und als der Feind um die für ihn so wichtige Uebergabe des Passes zu erwirken, zu diplomatischen Kunststücken seine Zuflucht nahm, ließ sich S. zu nichts herbei, lieber bereit sein Leben zu opfern, als nur einen Augenblick von seiner Pflicht zurückzuweichen. Diese Ausdauer und vaterländische Gesinnung trugen wesentlich dazu bei, daß alles, was Waffen tragen konnte, nunmehr herbeieilte, um dem Feinde das Eindringen in’s Land zu verwehren. Tapfer schlug er alle Versuche dieses Letzteren zurück. Sieberer hatte in Folge dessen später vieles Ungemach zu ertragen, u. z. vielfältige Verfolgungen, Verhaftnahme als Geißel, ja selbst Todesgefahren. Indessen war auch während den kriegerischen Wirren sein ganzes Hab und Gut zu Grunde gegangen. Nachdem das Land Salzburg wieder in Oesterreichs Besitz zurückgelangt war, wurde Sieberer für seine Tapferkeit und unbeugsamer Vaterlandsliebe von Seiner Majestät dem Kaiser am 12. Jänner 1828 mit der kleinen goldenen Civil-Ehrenmedaille mit Oehr und Band ausgezeichnet. Am 26. Juli 1833 wurde dem gänzlich verarmten eine kaiserliche Gnadengabe jährlicher 150 fl. angewiesen. Aber nur etwas über ein Jahr genoß er dieselbe, da er schon im October 1834 starb, worauf seiner Witwe eine Gnadengabe jährlicher 130 fl. zuerkannt wurde.

Schallhammer (Ant. Ritt. v.), Kriegerische Ereignisse im Herzogthume Salzburg in den Jahren 1800, 1805 und 1809 (Salzburg 1853, Mayer, gr. 8°.), S. 107, 108, 109, und 298.