BLKÖ:Steinhauser, Adolph Maximilian, Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 38 (1879), ab Seite: 92. (Quelle)
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Steinhauser, Adolph Maximilian, Ritter von (k. k. Regierungsrath und Stellvertreter des k. k. Statthalters in Salzburg, geb. zu Hallein am 4. December 1825), Ist der Sohn des Halleiner k. k. Salzbergbeamten Karl Steinhauser. In früher Jugend verlor er den Vater und war somit genöthigt, den Kampf ums Dasein fast ganz allein auszufechten. Die Gymnasial-und Lycealstudien machte S. in Salzburg, wohin sich die Mutter der besseren Ausbildung ihrer vier Kinder wegen gezogen hatte. In den letzten vier Jahren dieser Lebensperiode war er Zögling des gräflich Lodron’schen Collegiums Rupertinum, welches damals unter der Leitung des als Schulmann und Pädagog gewürdigten Dr. Kapfinger stand. Dem Grundgesetze des Rupertinums zufolge, daß jeder „absolvirte Collegiant“ den juridischen Studien sich widmen solle, entsprach Steinhauser, indem er an der Wiener Universität die juridisch-politischen Studien beendete. Den nöthigen Unterhalt hatte er sich in Wien durch eine Erzieherstelle und Lectionen verschafft. Unmittelbar aus den Studien trat S. im Herbste 1848 in den Staatsdienst, und zwar in seinem Heimatlande Salzburg als unbesoldeter Conceptspraktikant der damaligen landesfürstlichen Pfleggerichte. Indessen wurde er schon 1849 als Secretär der Grundentlastungs-Landescommission zur Mitwirkung bei der salzb. Grundentlastung berufen. Nach Abschluß dieser mehrjährigen, mühevollen Thätigkeit blieb Steinhauser, obwohl er sich ursprünglich für den Justizdienst bestimmt und auch alle Prüfungen für diesen abgelegt hatte, unter dem Drange der mittlerweile geänderten Verhältnisse auf der politischen Laufbahn und wurde der salzburgischen Landesregierung als Concipist zugetheilt. In das Jahr 1858 fällt seine Ernennung zum Referenten einer neuen wichtigen Operation – der Servituten-Regulirung des Landes Salzburg – aber schon gegen Ende d. J. wurde er zum Ministerium des Innern nach Wien einberufen, woselbst er im nächstfolgenden Jahre zum Ministerialconcipisten vorrückte. Nachdem S. im Auftrage des Ministeriums die Jahre 1861 und 1862 größtentheils mit forstlichen Commissionsarbeiten im Salzkammergute zugebracht hatte, kehrte er im Herbste 1863 als k. k. Ministerialsecretär nach Salzburg zurück, mit der Aufgabe, auch in diesem Lande die durch verschiedene Ursachen ins Stocken gerathene wichtige Forstregulirung nach einem neuen Plane durchzuführen. Nach deren endgiltiger und ersprießlicher Lösung wurde S. 1876 zum Regierungsrathe extra statum in Salzburg ernannt, und rückte bald darauf als solcher in den status der Landesregierung ein, in welcher Stellung er sich bis heute befindet. Im Jahre 1872 wurde Steinhauser „in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienstleistung“ mit dem Orden der eisernen Krone III. Classe decorirt und in Folge dessen im Jahre 1876 in den Ritterstand erhoben. Die vielseitige dienstliche Laufbahn, verbunden mit einem lebendigen Heimatssinn, hatte Steinhauser zu einem der gründlichsten Kenner Salzburgs, seiner Vergangenheit und seiner vielfach eigenartigen Verhältnisse gemacht, und zahlreiche Commissionsreisen in alle Gaue des Landes ihn mit Land und Leuten in unmittelbarste Berührung gebracht. Dadurch [93] fand er Gelegenheit, auch in außerdienstlichen Richtungen für sein Heimatland ersprießlich zu wirken. Durch sieben Jahre (1865–1871) war er als Vertreter der pongauischen Landgemeinden, 1877 als Vertreter des Großgrundbesitzes Mitglied des salzburgischen Landtages. In dieser Stellung vertrat er mit unbeugsamer Consequenz das wahre Interesse des Landes, das Recht und Gesetz. Dadurch stand er selbstverständlich der Partei des Sonderinteresses, welche weniger das Wohl des Landes als selbstische Zwecke im Auge hat, gegenüber und da er seine Aufgaben siegreich löste, auch im Wege. Sechs Jahre hindurch (1867–1873) war er Vice-Präsident der salzb. Landwirthschafts-Gesellschaft. Ueberdieß war er Hauptbegründer und leitender Factor der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, thätiges Mitglied vieler anderen Vereine, namentlich ein Jahrzehent hindurch die literarische Seele der Salzburger Liedertafel, da ein Großtheil der Jahresberichte dieses Institutes aus Steinhauser’s Feder stammt. Für die von Steinhauser verfaßte ausführliche Festschrift „Erinnerung an das Fahnen- und Gesangsfest zu Salzburg 1849“ (Fr. X. Duylle’s Buchh.) widmete die dankbare Liedertafel dem Verfasser eine sinnige Gabe. Die Muße seines amtlichen Berufes und seiner übrigen den Interessen seines engeren Vaterlandes gewidmeten Thätigkeit benützte Steinhauser zu mannigfachen literarischen Arbeiten, wovon vieles durch den Druck veröffentlicht worden. Das Meiste davon bezieht sich auf Salzburg und salzburgische Angelegenheiten. Es fand theils auf dem Wege der Journalistik, so z. B. in der „Juvavia“, „Salzb. Zeitung“ u. s. w., theils auf dem der Broschüre weitere Verbreitung. Von den zahlreichen Broschüren Steinhauser’s erwähnen wir die „Historisch-statistische Darstellung der Salzburger Grundentlastung. Mit historischem Rückblick auf das altsalzburgische Domestical- und Zehentwesen“ (Salzburg 1854); – „Historisch-statistische Darstellung der Salzb. Forstverhältnisse und ihrer 1858–71 durchgeführten Regelung“ (Salzburg 1871); – „Beschreibung der Mattseen und des klimatischen Kurortes Seeham“ (Salzburg 1874); – „Jubiläums-Album der Salzb. Liedertafel“ (ebd. 187.) und aus den Nekrologen vieler in den letzten Decennien in Salzburg gestorbener Männer von Bedeutung sind von den in Sonderabdrücken erschienenen anzuführen: „Maria Vincenz Süss, Gründer und Director des städt. Museums Carolino-Augusteum“ (Salzburg 1869); – „Nekrolog des als Glockengiesser und Maschinentechniker rühmlichst bekannten Nordbahn-Inspectors Franz Xaver Gugg“ (1857); – „Nekrolog des Liedersängers, Chordirigenten und Begründers des Chorgesanges in Salzburg Dr. Karl Flögel“ (1858); – „Nekrolog des Stiftspropstes von Mattsee, salzburgischen Landtagsabgeordneten und Mitglieds des salzburgischen Landesausschusses Dr. Joseph Halter“ (1872), und „Nekrolog des k. k., pens. Landesgerichtsrathes und Mitgliedes des salzburgischen Landesausschusses Franz Peitler“ (1877); außerdem zahlreiche Zeitungs- und Feuilleton-Artikel verschiedensten Inhaltes und meist mit nächstem Hinblick auf Salzburg, welche Arbeiten bis in das Jahr 1848 zurückreichen.

Handschriftliche Notizen des Dr. und Professor J. Schoepf und Nachrichten aus verschiedenen salzburgischen Zeitungen.