BLKÖ:Steinhauser (Pfarrer)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Steinhauser, G.
Band: 38 (1879), ab Seite: 95. (Quelle)
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4. Den Namen Steinhauser trug auch ein Pfarrer, welcher in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts zu Mitterkirchen in Oberösterreich auf das segensvollste seines Amtes waltete. So ertheilte er als Pfarrer den Züchtlingen in dem im Bereiche seiner Pfarre befindlichen Arbeits- und Zuchthause aus freien Stücken Jahre hindurch Unterricht, führte zu Klamm die Todtenbeschau und die Sonntagsschulen ein, errichtete eine Strick- und Nähschule und war überhaupt unablässig zur Förderung der Schulanstalten thätig. Die brachliegenden Gegenden seiner Pfarrei ließ er urbar machen, förderte die Anpflanzung von Obstbäumen und suchte überall, wo es anging, die landwirthschaftliche Cultur in rationeller [96] Weise zu heben. Als im denkwürdigen Kriegsjahre 1813 in jener Gegend zur Aufführung von Schanzarbeiten an 10.000 Arbeiter aufgestellt waren, versah er nicht nur ganz allein unter ihnen die Seelsorge, sondern stand auch, als bösartige Seuchen und Epidemien, durch welche viele von ihnen hingerafft wurden, ausbrachen, den Leuten mit heldenmüthiger Aufopferung hilfreich bei, sprach ihnen Trost zu, spendete den Sterbenden die h. Sacramente, kurz, obgleich er seine eigene 1400 Seelen starke Gemeinde zu besorgen hatte, wirkte er, seine Gesundheit hintansetzend und der Gefahr des Todes durch Ansteckung trotzend, hilfreich und werkthätig mit, der Seuche Einhalt zu thun und den gesunkenen Muth der durch dieselben schwer Bedrohten zu beleben. Auch als in der Folge Ueberschwemmungen zur kaum überstandenen Noth neue Noth hinzufügten, war S., wo es Hilfe heischte, immer der Erste voran. In Würdigung dieser Verdienste und seines humanen Waltens in der seiner Leitung anvertrauten Pfarre wurde S. von Seiner Majestät dem Kaiser Franz I. am 30. Juli 1816 mit der goldenen Civilverdienst-Medaille geschmückt. [Ehrentempel der katholischen Geistlichen. ... (Wien 1845, Jac. Dirnböck, 8°.) S. 83.] –