BLKÖ:Steinkopf, Gottlob Friedrich von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Steinkellner, Karl
Band: 38 (1879), ab Seite: 106. (Quelle)
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Steinkopf, Gottlob Friedrich von (Maler und Kupferstecher, geb. in Stuttgart 1779, gest. ebenda im Jahre 1861). Obwohl ein Württemberger von Geburt, steht er doch zu Oesterreich in doppelter Beziehung; erstens durch seinen mehrjährigen Aufenthalt in Wien, wo überhaupt seine künstlerische Wandlung erfolgte, und in Rom durch seine künstlerische Verbindung mit dem berühmten Tiroler Joseph Anton Koch [Bd. XII, S. 184], der zu den Gründern der neueren landschaftlichen Schule in Rom gehört. Steinkopf’s Vater war der classisch gebildete Johann Friedrich Steinkopf, selbst ein tüchtiger Landschafts- und Thiermaler, zuletzt königlich württembergischer Hofmaler, der seinem Sohne den ersten Unterricht in der Kunst gab und ihn zugleich zum Studium der Classiker, die er selbst mit Eifer pflegte, anleitete. 1799, damals 20 Jahre alt, begab sich Steinkopf mit Johann Friedrich Leybold [Bd. XV, S. 52] nach Wien, wo er mehrere Jahre gleich seinem Freunde die Kupferstechkunst betrieb, dann aber zur Landschaftsmalerei überging, welcher er nunmehr bis an sein Lebensende treu blieb. Im Jahre 1807 ging er auf Kosten des Freiherrn von Cotta nach Rom, wo er bis 1814 verblieb, daselbst viel mit Koch, Schik[WS 1], Overbeck verkehrte und, bald der ideal-historischen Richtung sich zuwendend, dieselbe im Landschaftsfache zur Geltung [107] zu bringen suchte. Nach seiner Rückkehr von Rom 1814 begab er sich zuvörderst nach Wien und arbeitete daselbst durch acht Jahre. Im J. 1821 übersiedelte er aber nach Stuttgart und blieb daselbst bis an seinen, im hohen Greisenalter von 82 Jahren erfolgten Tod. 1829 wurde er Hauptlehrer an der neuerrichteten Stuttgarter Kunstschule, 1833 Professor, 1845 Vorstand derselben 1855 trat er als solcher über sein Ansuchen in den Ruhestand. Als Künstler nimmt Steinkopf eine hervorragende Stelle ein; das Stuttgarter Kunstblatt widmete seinen Werken eine Reihe von Jahren hindurch stetige Aufmerksamkeit. Während seines Aufenthaltes in Wien schuf er mehrere herrliche Bilder; so eine „Landschaft bei heiterem Morgen“; – eine „Landschaft mit Weinlese“ und sein prächtiges Bild „Die Erziehung Achilles“, welche alle drei in der Jahres-Ausstellung 1820 in der Akademie der bildenden Künste zu sehen waren. Von seinen übrigen Bildern nennen wir aus dem Jahre 1811: „Morgen eines Opferfestes“; – 1812: „Rückkehr von der Löwenjagd“; – 1813: „Abendsegen in der Capelle am Wege“: – „Landschaft mit der Flucht nach Egypten“; – „Gegend von Baja“; – 1820: „Landschaft mit dem Eichbaum“; – 1821: „Ulysses und Nausikaa“; – 1822: „Italienische Weinlese“, eines der herrlichsten Werke des Künstlers; – „Achilles und Chiron“; – „Abraham mit den drei Engeln“; – 1823: „Rückkehr von der Abendandacht“; – 1824: „Sonntagsabend im Gebirge“; – 1827: „Capelle auf dem Rothen Berge bei Sonnenuntergang“ und das Gegenstück dazu: „Der Rosenstein mit dem königlichen Landhause“, ersteres von Heinzmann, letzteres von Eimminger für den königlich württembergischen Kunstverein lithographirt; – 1833: „Kleobis und Biton“. Steinkopf’s Aufenthalt in Wien blieb auf seine Kunst nicht ohne wesentlichen Einfluß. Auf seinen in Rom gemalten Bildern brachte er gern große Schattenmassen an, welche, obgleich die Harmonie des Gemäldes nicht eben störend, doch demselben ein düsteres Gepräge aufdrückten. Von dieser Schattengebung ließ er nach seiner Rückkehr nach Wien bald ab, und in dem heiteren Wien das Bedürfniß einer helleren Farbe selbst fühlend, malte er nun in solcher mit einer Meisterschaft ohne Gleichen. Die zartesten Abstufungen des Lichtes wußte er mit seltenem Geschick, ohne der Wahrheit der Natur entgegenzutreten, an seinen Gemälden anzubringen und ihnen im Gegensatz zu der Düsterheit seiner früheren sonnige Helle, freudiges Licht zu verleihen. So erfreuten sich denn auch seine Bilder allgemeiner Anerkennung. Nach den schönsten Gemälden, welche von Steinkopf bekannt geworden, zu urtheilen, möchte doch der gegen ihn erhobene Vorwurf, daß er, auf jede Eigenart verzichtend, durch unmittelbarsten Anschluß an Claude Lorrain und Poussin eben nur die Wirkung dieser Vorbilder zu erreichen strebte, nicht zutreffen. Dieses Urtheil mag für Steinkopf’s[WS 2] Bilder aus seiner römischen Zeit, aber nicht für die in der Folge gemalten gelten.

Kunst-Blatt (Stuttgart, Cotta, 4°.), 1820, Nr. 72: „Landschaft von Gottlob Steinkopf in Wien“; – Nr. 96: „Ueber die Kunst-Ausstellung in Dresden“; – 1821, Nr. 30: „Nachricht über G. F. Steinkopf’s neuere Werke und Rückblick auf eine Recension in Nr. 96 des Kunst-Blattes, 1820“. Von Quandt; – Nr. 34: „Gemälde einiger neueren Künstler in Stuttgart“; – 1822, Nr. 14: „Drei Landschaften von G. F. Steinkopf“. Von Schorn; – 1823, Nr. 32: „Die Malerei in Rom“; – Nr. 64: [108] „Die Rückkehr von der Abendandacht“; – „Neues Landschaftsgemälde von G. Steinkopf“; – 1824, Nr. 71: „Der Sonntags-Abend im Gebirge“. Landschaft von Steinkopf; – Nr. 85: „Kunst-Ausstellung in Stuttgart“; – 1826, Nr. 17: „Stuttgart“; – 1827, Nr. 63: „Kunst-Ausstellung in Stuttgart“; – 1828, Nr. 56: „Ostermesse und Ausstellung der Kunst-Akademie in Leipzig“. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.). XI. Jahrg. (1820), Nr. 148. „Ueber eine Landschaft Steinkopf’s“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Schick, Gottlieb (ADB).
  2. Vorlage: Steinbach’s.