BLKÖ:Strachwitz, Johann Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 39 (1879), ab Seite: 205. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Strachwitz, Johann Graf|39|205|}}

Aus früherer Zeit lebt das Andenken zweier Grafen Strachwitz in der kaiserlichen Armee.

1. Der eine, Graf Johann, zeichnete sich am 28. September 1813 als Oberlieutenant bei Graf Radetzky-Huszaren Nr. 5 bei Cirknitz ganz besonders aus. Daselbst war ein feindlicher Nachtrab durch den Rittmeister Püspöky aus dem Orte getrieben worden; während aber der Feind auf dem Rückzuge begriffen ist, ordnet der damalige Oberst Anton Gundakar Graf Starhemberg [Bd. XXXVII, S. 157] die Attake an, und Graf Strachwitz mit Lieutenant Holling, führt dieselbe mit so glänzendem Erfolge aus, daß außer mehreren Todten und Verwundeten 600 Mann, drei Stabs- und mehrere Oberofficiere in die Hände der Unseren fallen. – Im Feldzuge des Jahres 1814 zeichnet sich der mittlerweile zum Rittmeister beförderte Graf Johann bei San Lazzaro wieder aus. Am 25. Februar g. J. [206] wurde nämlich der damalige Oberst Prochaska [Bd. XXIII, S. 326], von dem aus Piacenza mit 18.000 Mann vorgerückten feindlichen Divisions-General Grenier bei San Lazzaro mit außerordentlicher Heftigkeit angegriffen. Prochaska konnte mit seiner kleinen Schaar einer solchen Uebermacht nicht Widerstand leisten, er zog sich daher zurück, besetzte in der Nacht die vorliegenden Häuser mit Infanterie und ließ in San Lazzaro ein kleines Cavallerie-Piquet und hinter demselben einen Unterstützungsposten zurück. Diese vorgeschobenen Truppen griff der Feind an. Die Huszaren zogen sich, wie sie Befehl hatten, eilends zurück, der Feind folgte ihnen ungestüm nach; nun fiel ihm die in den Häusern versteckte Infanterie in den Rücken, die Huszaren aber benützten diesen Moment, kehrten um, hieben ein und nahmen einen feindlichen Officier und einen Trompeter gefangen, und als Oberst Prochaska’s rechte Flügelcolonne in Gefahr stand, zur Hälfte abgeschnitten zu werden, stürzte sich Rittmeister Graf Strachwitz auf die das Wasser durchwatende feindliche Infanterie und machte viele Gefangene. Herausgeber dieses Lexikons vermuthet in diesem Grafen Johann (Hans) den Vater des Dichters Moriz Grafen Strachwitz [siehe die S. 202] welcher später aus den Reihen der kaiserlichen Armee trat, sich der Verwaltung seiner Güter widmete und am 18. Februar 1863 starb. –