BLKÖ:Syz, Jacob

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Szabad, Emerich
Band: 41 (1880), ab Seite: 102. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1073423387, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Syz, Jacob|41|102|}}

Syz, Jacob (Mitglied des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes für die Session 1871/74, Ort und Jahr seiner Geburt unbekannt). Er lebt als Fabriksbesitzer in Gratz, ist Mitglied der Handels- und Gewerbekammer dieser Stadt und Präsident der Actiengesellschaft Leykam-Josephsthal. Schon in den Jahren 1871 bis 1873 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses, in demselben als Berichterstatter über den Sieben-Millionen-Credit für die Wiener Weltausstellung und über mehrere Eisenbahn-Gesetzentwürfe (Salzburg-Tirol, Tarnow-Leluchow u. a.) fungirend. Auch 1873 erfolgte seine Wiederwahl in das Abgeordnetenhaus. Im Herbst 1878 wurde sein Name viel genannt, als nach einem Besuche, welchen er in Angelegenheit des Pachtes der „Gratzer Zeitung“ zugleich mit dem Redacteur der „Gratzer Tagespost“ Adalbert Swoboda [S. 82, Nr. 1] bei dem damaligen Minister-Präsidenten abgestattet hatte, die mit demselben gehaltene Unterredung mit einem Male in der „Tagespost“ abgedruckt erschien. Diese „Enthüllungen“ erklärte nun der Minister-Präsident in einem an den Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses Dr. Rechbauer gerichteten Schreiben ddo. 22. October 1878, Nr. 295, als „Insinuationen perfidester Art“ und als „gröblichste Verdrehungen und Verdächtigungen“. Als in Folge dessen in der Sitzung vom 31. October 1878 der Abgeordnete Schönerer seinen auf eine weitere Untersuchung dieses Vorganges abzielenden Antrag einbrachte und denselben zu begründen suchte, wurde der Redner bei der Motivirung desselben von dem Präsidenten des Hauses nicht nur zur Ordnung gerufen, sondern bei der darauf erfolgten Abstimmung sein Antrag mit allen gegen 19 Stimmen auch abgelehnt. Damit war die Angelegenheit abgethan und ein weiterer Brief des Präsidenten des Verwaltungsrathes der Actiengesellschaft Leykam-Josephsthal, der jene Insinuationen der „Tagespost“ aufrecht hielt, schloß eine Angelegenheit, welche nicht geeignet war, das im verwichenen Jahrzehent stark beeinträchtigte Ansehen des Parlamentarismus zu erhöhen oder zu stützen. Als die Wahlen für die Session des österreichischen Abgeordnetenhauses 1879 stattfanden, wurde Jacob Syz nicht wieder gewählt.

Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 17. October 1878, Nr. 290, S. 4272; 22. October 1878, Nr. 295, S. 4345; 2. November 1878, Nr. 306, und 21. November, Nr. 325, in den „Correspondenzen aus der österreichisch-ungarischen Monarchie“.