BLKÖ:Szegedi, Franz Leonhard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 42 (1880), ab Seite: 4. (Quelle)
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2. Franz Leonhard (gest. 1675). Der Sproß einer wenig vermöglichen ungarischen Adelsfamilie. Sein Vater war helvetischer Confession, die Mutter dagegen Katholikin, und in der Religion der Letzteren wurde der Sohn erzogen. Nachdem er in Tyrnau unter den Jesuiten seine Studien gemacht hatte, bildete er sich im Collegium Pazmaneum zu Wien für den geistlichen Stand heran. Darauf trat er in der Graner Erzdiöcese in die Seelsorge, 1643 wurde er Canonicus, 1650 Sohler Erzdiakon. 1653 Custos des Graner Capitels und Propst zu St. Johann von Sambeck, dann Abt U. L. F. zu Madotsa. Wiederholt sah er sich zu öffentlichen Geschäften verwendet, so auf dem Preßburger Landtage im Jahre 1659. bei der Grenzregulirung nach der schlesischen Seite u. dgl. m. In dieser Zeit ernannte ihn der Kaiser zum Bischof von Siebenbürgen, welche Würde er auf seinen Wunsch mit jener des Bischofs von Waitzen vertauschte. 1668 wurde er königlich ungarischer Hofkanzler, 1669 nach Thomas Pálffy’s [Bd. XXI, S. 218, Nr. 39] Berufung zum Bischof von Neutra dessen Nachfolger auf dem Bischofsitze in [5] Erlau. Zur Herstellung eines gleichförmigen Rituals veranstaltete er die Herausgabe des „Rituale Strigonense seu formula agendorum in administratione sacramentorum“, wovon nach Horányi’s Angabe die letzte Edition zu Kaschau 1772 stattgefunden hat; – dann die Herausgabe einer Sammlung von Kirchenliedern, zur Förderung der Frömmigkeit und Andacht in seinem Kirchensprengel, und die des Lebens der h. Margarethe, welches unter dem Titel: „Concha divae Margaritae seu carmen de Sancta Margaretha Belae IV. Hungarorum regis filia“ im ersten Bande, S. 95 u. f., von Belius „Notitia Hungariae“ aufgenommen worden ist. [Illyefalvi (Steph.), Lilium sepulchrale sive Franc. Leonardas Szegedy Episcopus Agriensis etc, hac lugubri dictione celebratus ( Cassov. 1675, 4°.). – Horányi ( Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Posonii 1775, A. Loewe, 8°.) Pars III, p. 325 et s. – Wenn E. M. Oettinger in seiner „Bibliographie biographique universelle“ (Bruxelles 1854, Stienon, schm. 4°.) Tom. 2de, p. 1746, unseren Szegedi als „Bischof von Gran“ bezeichnet, so müssen wir ihn hierbei eines doppelten Irrthums zeihen, indem es erstens keine Bischöfe, sondern nur Erzbischöfe von Gran gibt, und fürs zweite Szegedi wohl Domherr von Gran, sonst aber nur Bischof in Siebenbürgen, zu Waitzen und Erlau gewesen ist.] –