BLKÖ:Szegedi, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 42 (1880), ab Seite: 1. (Quelle)
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Szegedi, Johann (gelehrter Jesuit, geb. im Eisenburger Comitate am 4. April 1699, gest. 8. December 1760[WS 1]). Ein Sproß der angesehenen ungarischen Adelsfamilie Szegedy von Mezö-Szegedi. Sein Vater Paul war Obergespan des Somogyer Comitates, seine Mutter, des Vaters zweite Frau, Katharina Török. Als jüngerer Sohn seiner mit Kindern reichgesegneten Eltern trat er zu deren Erleichterung 1715 in den damals in Ungarn hoch angesehenen [2] Jesuitenorden. In demselben beendete er die philosophischen und theologischen Studien, aus beiden die Doctorwürde erlangend. Sein Wunsch, als Missionär in ferne Welttheile gesandt zu werden, ging nicht in Erfüllung, seine verdienstvolle Wirksamkeit sollte dem Vaterlande erhalten bleiben. So kam er denn zunächst nach Tyrnau, wo er Philosophie vortrug. Nach vierjähriger Thätigkeit daselbst wurde er von seinem Orden für ein Jahr auf Missionen geschickt, sodann aber nach Tyrnau zurückberufen, wo er folgeweise drei Jahre Kirchenrecht und Dogmatik lehrte. Nachdem er in letzterer allein noch vier Jahre in Gratz unterrichtet hatte, erhielt er 1743 die Rectorstelle am Collegium zu Klausenburg. Daselbst erlangte er eine umfassende Kenntniß der siebenbürgischen Verhältnisse und gewann durch seine Gelehrsamkeit und sein würdiges Auftreten die allgemeine Achtung, so daß es vornehmlich seinem persönlichen Einflusse zu verdanken ist, wenn der Orden gesetzlich in Siebenbürgen naturalisirt wurde. Nun kam er als Rector an die Raaber Schule, deren ökonomische Verhältnisse er in glänzender Weise hob, darauf wieder nach Tyrnau, dann als Dekan der philosophischen Facultät nach Wien. In der Folge wurde er Director des Pazmaneums, späterhin Feldsuperior der ungarischen Truppen, endlich Director des Tyrnauer Seminars, als welcher er nach Einigen erst 1766, nach Stoeger’s Angabe dagegen bereits am 8. December 1760 das Zeitliche gesegnet haben soll. Auf rechtswissenschaftlichem Gebiete war Szegedi eine Autorität; durch seine kirchenrechtlichen Arbeiten wurde er auf das Studium des bürgerlichen Rechtes geführt, wobei er die Ueberzeugung gewann, daß die Kenntniß des letzteren dem canonischen Rechtsgelehrten unentbehrlich sei. In dieser Richtung entwickelte er denn auch eine umfassende schriftstellerische Thätigkeit. Die Titel der von ihm herausgegebenen Schriften sind: „Tripartitum juris hungarici Tyrocinium juxta ordinem titulorum operis tripartiti complures juris canonici, civilis et hungarici decisiones combinans, et per aphorismos utilitati patriae juventutis accommodans“ Partes III (Tyrnaviae 1733, auch 1751 und 1767 typ. acad., 8°.; Zagrabiae 1736, 4°.), es ist dies nicht etwa ein Commentar zu Verbóczy, sondern eine Uebersicht des gesammten ungarischen Rechtes; – „Rubricae seu Synopses Titulorum Capitum et Articulorum universi Juris Hungarici nunc primum collectae in tres partes divisae.... et notis historico-chronologico-juridicis illustratae“ (Tyrnaviae 1734, 8°.); – „Cerographia hungarica seu Notitia de Insignibus et Sigillis Hungariae“ (ib. 1734, 8°., cum fig.); – „Respublica recte ordinata in Hungaria panegyrica oratione celebrata....“ (ib. 1738, Fol.); – „Decreta et Vitae Regum Hungariae, qui Transilvaniam possedere (usque ad Andreám II.) cum notis et crisi moderni temporis tam juridica quam historica in usum praecipue Jurisconsultorum Transylvaniae“ (Claudiopoli 1745, 8°.); – „Decreta et vitae Regum Hungariae usque ad Belam IV. Editio altera“ (ib. 1763, 8°.); – „Cynosura bipartita universi juris Hungarici a felicissimo regimine S. Stephani ad moderna usque tempora ordine alphabetico decurrens“ (Jaurini 1749, 4°.); – „Assertor libertatis Hungaricae, Croaticae, Dalmaticae et Slavonicae Andreas II. secundum codices Legum Hungariae et [3] praecepta artis criticae calamo juridico et historico adumbratus“ (Jaurini 1750, 8°.); – „Andreas II. dictus Hierosolymitanus, Rex Hungariae XIX., Saxonum in Transylvania libertatis assertor, secundum tenores privilegiorum ipsis concessorum addita praxi et usu moderno eorundem calamo juridico-historico-critico adumbratus“ (ib. 1751, 8°.); – „Vita Belae IV. Regis Hungariae“ (4°.); – „ Werbötzius illustratus sive decretum tripartitum Juris Consuetudinarii inclyti Regni Hungariae... illustratum“ (Tyrnaviae 1753, 8°.); – „Opusculum de Hierarchia ecclesiastica et de Primatu S. Petri ejusque Successorum Rom. Pontificum“ (Agriae 1756, 8°.); – „Manuale jurisperitorum Hungariae“ (Jaurini 1760). In ungarischer Sprache gab er nur zwei Leichenreden, die eine auf Adam Grafen Erdödy, Bischof von Neutra, die zweite auf Nicolaus Grafen Czáky, Primas von Ungarn und Erzbischof von Gran, heraus. Auch besorgte er die neue glossirte Ausgabe des ungarischen „Corpus juris“, welche noch 1779 und 1822 unverändert in Ofen neu aufgelegt wurde. Wegen seiner ausgezeichneten Rechtskenntniß war er Mitglied des erzbischöflichen Tribunals und wurden die schwierigsten Rechtsfalle ihm zur Entscheidung übertragen.

Fejér (Georgius), Historia Academiae scientiarum Pazmanicae Archi-Episcopalis ac M. Theresianae regiae literaria (Buda 1835, 4°.) p. 77. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, A. Loewe, 8°.) Tom. III, p. 28. – Scriptores facultatis theologicae qui ad C. R. scientiarum universitatem Pestinensem ab ejus origine a. 1635 ad annum 1858um operabantur (Pestini 1859, Gyurian, 8°.) p. 28. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex.-8°.) p. 347. – Jogtudományi ’s törvénykezési tár, d. i. Magazin für Rechtswissenschaft und Gerichtspflege. Herausgegeben von Tóth (Pesth, 8°.) II. Jahrg. (1856), S. 301: „Lebensbild Szegedi’s“. Von Professor Paulerr. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gust. Emich, 8°.). Zweiter den ersten ergänzender Theil, S. 302. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1863, Mor. Ráth, 8°.) Bd. X, S. 547.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Nach Anderen am 5. Dezember 1770.