BLKÖ:Türrschmidt, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 48 (1883), ab Seite: 102. (Quelle)
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Türrschmidt, irrig auch Thürschmidt oder Thürschmiedt geschrieben, Johann (Hornvirtuose, geb. zu Leschgau in Böhmen am 24. Juni 1725, gest. um 1780). Einer der ersten Hornvirtuosen seiner Zeit, stand er in Diensten des Fürsten Oettingen-Wallerstein. Auch sein jüngerer, bei dem Prinzen Albert Casimir von Sachsen-Teschen bediensteter Bruder Anton zeichnete sich als Primhornist aus. Johann ist der Stammvater einer berühmten Hornistenfamilie. Von seinen beiden Söhnen Karl und Joseph erfand Ersterer (geb. 24. Februar 1752, gest. 1. November 1797), der weitaus Vater und Bruder übertraf, mehrere Verbesserungen für sein Instrument, für welches er auch Einiges schrieb und im Stich erscheinen ließ. – Des Vorigen jüngerer Bruder Joseph, gleichfalls ein geschickter Hornist, ging gegen Ende der Neunziger-Jahre des vorigen Jahrhunderts nach Frankreich. Weiter wird von ihm nichts gehört.Karl Nicolaus (geb. zu Paris 20. October 1776, Todesjahr unbekannt). Von seinem Vater Karl in der Musik unterrichtet, wurde er nach dessen Tode ein Schüler des trefflichen Berliner Hornisten Jean Brun und nicht Brue, wie er [103] bei Bernsdorf-Schladebach genannt wird. – Endlich ist noch eine Auguste Türrschmidt zu erwähnen. Diese (geboren zu Berlin 20. November 1800), eine vortreffliche Altsängerin, trat nur in Concerten auf. Nach Gaßner wäre sie eine Tochter des Karl Nicolaus Türrschmidt, nach Bernsdorf-Schladebach aber eine geborene Braun und des Karl Nicolaus Gattin, was wir auch für das Richtige halten. Da außer Johann Türrschmidt, der ein geborener Böhme ist, die Uebrigen zu Oesterreich weiter in keiner Beziehung stehen, so mögen diese Notizen genügen, und wird betreffs dieser Künstler nur auf die Quellen verwiesen.

Gerber (Ernst Ludwig). Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, A. Kühnel, gr. 8°.) Bd. IV, Sp. 402 bis 404. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Für Künstler, Kunstfreunde und alle Gebildeten. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Offenbach 1861, Joh. André, gr. 8°.) Bd. III, S. 771 und Nachtrag, S. 341. – Gaßner (F. S. Dr.). Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex.-8°.) S. 849.