BLKÖ:Taaffe, Karl Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 42 (1880), ab Seite: 307. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Karl Graf Taaffe in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Taaffe, Karl Graf|42|307|}}

Taaffe, Karl Graf (k. k. Oberst-Lieutenant a. D., geb. am 26. April 1823, gest. zu Ellischau in Böhmen 1873). Der altere Sohn des ehemaligen Ministers, dann ersten Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Ludwig Grafen von Taaffe (s. d. Folg.) aus dessen Ehe mit Amalie geb. Fürstin v. Bretzenheim. Mit ausnehmender Sorgfalt im elterlichen Hause erzogen, widmete er sich den philosophischen und juridischen Studien, nach deren Beendigung er, zum Doctor der Philosophie promovirt, im Jahre 1843 bei dem Kreisamte zu Klattau in Böhmen in Dienste trat. Aber nicht länger als ein Jahr litt es ihn in dieser Stellung, denn er fühlte sich gedrungen, seiner Neigung zum Soldatenstand zu folgen. 1844 wurde er Lieutenant beim 5. Chevauxlegers-Regimente Fürst Liechtenstein (jetzt 10. Dragoner-Regiment), 1846 Oberlieutenant im 6. Chevauxlegers-Regimente Graf Wrbna (später Clam-Gallas), 1847 Rittmeister im 4. Uhlanen-Regimente Kaiser, 1851 Major im 5. Uhlanen-Regimente Graf Wallmoden und Militär-Attaché der k. Gesandtschaft zu St. Petersburg; 1852 zum 7. Huszaren-Regiment eingerückt, stieg er 1854 zum Oberstlieutenant im 12. Huszaren-Regimente auf, quittirte aber 1857 den activen Dienst mit Beibehalt des Militärcharakters; auch besaß er die k. k. Kämmererswürde und das Ehrenkreuz des Johanniterordens. Im italienischen Feldzuge 1848 Rittmeister im Kaiser-Uhlanen-Regimente. zeichnete er sich durch Tapferkeit und Umsicht schon bei dem Rückzuge von Cremona im März so vortheilhaft aus, daß er in den Relationen über die Vorgänge vom 18. März bis 6. Mai wiederholt mit Auszeichnung genannt wurde. Besonders aber that er sich im ungarischen Sommerfeldzuge 1849 im Treffen bei Csorna am 13. Juni hervor, wo er mit drei Zügen Uhlanen eine an Zahl weit überlegene feindliche Huszarenabtheilung glänzend attaquirte [308] und von zwei nachfolgenden Zügen unterstützt, dieselbe vollkommen warf. In seinem stets bei der leichten Avantgardebrigade Simbschen eingetheilten Regimente bewährte er sich durch umsichtige entschlossene Führung seiner Escadron in den beiden Schlachten von Komorn am 2. und 11. Juli, sowie in den Kämpfen bei Szöreg am 5. und bei Temesvár am 9. August so hervorragend, daß er mit dem Militär-Verdienstkreuze (Kriegsdecoration) ausgezeichnet wurde. Im italienischen Feldzuge 1859 meldete er sich, obwohl bereits aus der Activität getreten, neuerdings zur Dienstleistung[WS 1] vor dem Feinde, doch der schnelle Friede zu Villafranca machte seine schon erfolgte Eintheilung wieder rückgängig. Kurz darauf brach eine sehr schmerzliche Krankheit über ihn herein, welcher er nach zehnjährigem schweren Leiden im Alter von 51 Jahren erlag. Da er unvermält geblieben, ging das Familiengut Ellischau nun in den Besitz seines jüngeren Bruders Eduard, gegenwärtigen Minister-Präsidenten, über. Graf Karl Taaffe wurde in einem Nachrufe als ritterlicher Charakter, als tapferer Officier, als gebildeter Edelmann und ausgezeichneter Kamerad gerühmt und sein früher Tod in der Armee allgemein betrauert.

Thürheim (Andreas), Die Reiter-Regimenter der k. k österreichischen Armee (Wien 1863, Geitler, 8°.) Bd. III: „Die Uhlanen“, S. 103, 107, 111.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Diestleistung.