BLKÖ:Talyai, Daniel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 33. (Quelle)
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Talyai, Daniel (Redacteur und Magistratsrath, geb. zu Leutschau 4. Jänner 1760, gest. zu Preßburg 9. April 1816). Von adeligen Eltern, erhielt er eine sorgfältige Erziehung und machte seine Studien zu Leutschau, Debreczin und Preßburg. Während seines Aufenthaltes in letzterer Stadt lernte er Joh. Matthias Korabinszky [Band XII, S. 446] kennen, der zu jener Zeit die „Preßburger Zeitung“ redigirte. Er schloß sich demselben immer näher an und half ihm aus reiner Liebe zur Sache bei der Redaction des Blattes, und so kam es, daß, als Korabinszky eine längere Reise antreten mußte, dieser dem Verleger Landerer keinen geeigneteren Ersatzmann als seinen Freund empfehlen konnte. Talyai übernahm nun auch die Redaction und führte sie mit glücklichstem Erfolge mehrere Jahre. In der Folge trat er die Stelle eines Protokollisten bei dem Preßburger Comitate an, gab sie aber nach einiger Zeit wieder auf, um sie mit einer Anstellung beim Preßburger Magistrate zu vertauschen. Er wurde nun Grundbuchsverwalter, dann Actuar beim Bürgermeisteramte, 1811 Gerichtsactuar und 1815 Magistratsrath. In letzterer Stellung starb er schon im folgenden Jahre. Talyai besitzt um Preßburg mannigfache Verdienste, so z. B. ist die damalige Feuerlöschordnung und die Durchführung ihrer Organisation sein ausschließliches Werk. Die rasche Aufstellung der Insurrectionen in den Jahren 1797 und 1800 geschah zumeist durch ihn, der bei einer der Compagnien, welche er errichtet hatte, auch eine Hauptmannsstelle bekleidete. Sein Biograph rühmt ihm mit Recht als besonderes Verdienst einen „blühenden, correcten, reinen deutschen Styl“ nach. In der Gegenwart könnte einem Beamten in Ungarn ein solcher Vorzug die Stelle kosten.

Melzer (Jacob), Biographien berühmter Zipser (Kaschau und Leipzig 1833, Ellinger 8°.) S. 311.