BLKÖ:Tarnóczy, Melchior

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 83. (Quelle)
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7. Melchior (geb. in Ungarn am 24. Februar 1704, gest. um 1773). Welcher Familie des Namens Tarnóczy er angehört, ist nicht bekannt. 1722 trat er, 18 Jahre alt, in den Orden der Gesellschaft Jesu ein, in welchem er zunächst in Kaschau als Lehrer der Dicht- und Redekunst wirkte. Später widmete er sich ganz dem Predigtamte und durchwanderte Ungarn nach verschiedenen Seiten, überall Missionspredigten haltend. Bald nach Aufhebung des Ordens starb er. Im Druck gab er heraus: „Horologium sapientis, duodecim diei actiones horarias indicans“ (Cassoviae 172.); – „Lustra Pannoniae triennis saeculi VIII annis definita“ (ibd. 1730, 8°.); – „Christianum Suadae Cassoviensis Somnium“ (ib. 1731, 8°.). In ungarischer Sprache schrieb er einen Spiegel menschlicher Sitten und göttlicher Gerechtigkeit, der 1740 zu Raab, später zu Kaschau im Druck erschien. Stöger berichtet auch, daß Melchior des berühmten Jesuiten Gabriel Hevenesi(geb. 1656, gest. 1715) „Quadragesima sancta“ im Jahre 1739 in ungarischer Sprache herausgegeben habe; jedoch mag hier eine Verwechslung mit dem Jesuiten Joh. Taxoni stattfinden, der im genannten Jahre eine ungarische Uebersetzung der Hevenesi’schen „Quadragesima“ veröffentlichte. [Stoeger (Joannes Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex.-8°.[WS 1]) p. 36.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Ley, 8°.