BLKÖ:Tarnóczy, Stephan

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tarnóczy, Theodor
Band: 43 (1881), ab Seite: 83. (Quelle)
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8. Stephan (geb. zu Neutra am 10. August 1626, gest. 1689) trat im Jahre 1647 zu Tyrnau in den Orden der Gesellschaft Jesu ein und erlangte, nachdem er in Gratz die philosophischen und theologischen Studien beendet hatte, aus beiden die Doctorwürde; dann lehrte er zu Kaschau Philosophie, zu Tyrnau respective sechs, vier, zwei und drei Jahre Moral, Controversen, Kirchenrecht und h. Schrift. Hierauf wirkte er längere Zeit hindurch als Rector verschiedener Convicte, zuletzt als solcher am Collegium in Raab, wo er auch, 63 Jahre alt, starb. Die Titel seiner Druckschriften in lateinischer Sprache sind: „Synopsis Philosophiae stilo lapidari...“ (Cassoviae 16..); – „Idea coronata sive vita S. Stephani I. regis tenui calamo adumbrata“ (Viennae 1680, 8°.); – „Rex admirabilis seu Vita S. Ladislai Regis Hungarici historico-politica…“ (Viennae 1681 et 1683, 8°., c. fig.); – „Princeps angelicus sive vita S. Emerici paucis Elogiis expressa“ (ib. 1682, 8°.); – „Ungaricae Sanctitatis Judicia sive brevis quinquaginta Sanctorum et Beatorum memoria iconibus expressa... cum appendice“ (Tyrnoviae 1602, 12°.); der Appendix enthält Nachricht von noch 200 entweder in Ungarn geborenen oder doch im Hinblicke auf dasselbe denkwürdigen Heiligen; 1737 erschien zu Tyrnau eine zweite Auflage dieses Buches; – seine Schriften in ungarischer Sprache sind: „Mennybe vezető kalauz“, d. i. Der zum Himmel führende Weg (Wien 1675); – „Titkos értelmi rózsa“, d. i. Die geheimnißvolle Rose (Tyrnau 1676); – „Nagy mesterség a jó élet“, d. i. Eine große Kunst ist das gottgefällige Leben (Nagyszombat 1680, 12°.); Uebersetzung einer Schrift des berühmten Jesuiten und Cardinals Robert Bellarmin, wahrscheinlich seiner „Ars bene moriendi“; – „Holtig való barátság...“, d. i. Die bis zum Tode dauernde Freundschaft (Klausenburg 1669[WS 1]; später Wien 1681); – „jó akarat, melly által az ember Istennel egy értelmévé válik“, d. i. Der gute Wille, durch den der Mensch mit Gott eins wird (Wien 1685, 12°.); – „Vigyázó szem...“, d. i. Das wachsame Auge u. s. w. (ebd. 1685, 12°.); – „Választott nyíl“, d. i. Der [84] auserwählte Pfeil u. s. w. (ebd. 1685, 12°.). Stephan Tarnóczy ist so recht der ausgeprägte Vertreter jener Mystik, mit welcher die Jesuiten die herrliche Lehre des Heilands verballhornt und schwache Gemüther unfähig gemacht haben, sich an der reinen und einfachen Lehre des göttlichen Erlösers zu stärken und zu erquicken. Alle seine Bücher tragen dieses Merkmal an sich, und er scheint der Urheber dieser Richtung in Ungarn gewesen zu sein, die noch manchen, aber keinen ihm ebenbürtigen Nachahmer fand. Er stand in hoher Gunst bei dem berühmten Bischof Franz Leonhard Szegedi, dessen in diesem Werke bereits im XLII. Bande, S. 4, Nr. 2. Erwähnung geschehen ist. [Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1775, Loewe, 8°.) Tom. III, p. 382. – Scriptores facultatis theologicae, qui ad c. r. scientiarum universitatem Pestinensem ab ejus origine a 1635 ad annum 1858um operabantur (Pestini 1859, Jos. Gyurian, 8°.) p. 34. – Fejér (Georgius), Historia Academiae scientiarum Pazmaniae Archi-Episcopalis ac Transylvaniae regiae literaria (Budae 1835, 4°.) p. 35. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, schm. 4°.) p. 361. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.), Bd. I, S. 574.)] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1769.