BLKÖ:Tauber von Taubenberg, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 123. (Quelle)
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Tauber von Taubenberg, Anton (k. k. Oberst und Mitglied der Elisabeth Theresien-Militär-Stiftung, geb. 14. Juni 1788, gest. in Gratz 3. Juli 1872). Sein Vater Michael war k. k. Oberstlieutenant im 42. Infanterie-Regimente, die Mutter Francisca eine geborene Reichsfreiin von Hydessen. Fünfzehn Jahre alt, trat Anton im November 1802 als Kaisercadet in das 42. Infanterie-Regiment. 1805 zum Fähnrich vorgerückt, wurde er im Gefechte bei Elchingen am Kopfe verwundet. In Folge der Katastrophe von Ulm gerieth er in Kriegsgefangenschaft. Im Feldzuge 1809 war er Lieutenant, in jenem von 1813 machte er als Oberlieutenant und Brigadeadjutant des General-Majors Baron Abele [Bd. XI. S. 349] die Schlachten von Dresden und Leipzig mit, besonders in letzterer sich auszeichnend. Am 16. October stand das am äußersten rechten Flügel der Verbündeten auf Liebertwolkwitz vorrückende russische Corps Fürst Gortschakow in Gefahr, vom Corps Macdonald angegriffen zu werden, ehe noch das Gros des vierten österreichischen Corps unter dem General der Cavallerie Grafen Klenau herbeikommen konnte. Die kritische Situation erkennend, führte Tauber auf eigene Verantwortung sofort eine Colonne der Avantgarde-Brigade, unterstützt von preußischer und russischer Cavallerie und unter dem Schutze zweier Batterien, zum Angriffe auf Liebertwolkwitz vor, welcher auch nach hartnäckigem Kampfe gelang. Nach der Einnahme von Dresden kam er zur Armee in Italien, focht 1814 in der Schlacht am Mincio und rückte 1815 mit den Occupationstruppen in Frankreich ein. 1819 dem Generalstabe zugetheilt, rückte er 1820 zum Capitän im 48., 1825 zum [124] Hauptmanne im 17. Infanterie-Regimente vor. In letzterer Eigenschaft nahm er 1831 Theil an der Niederwerfung des Aufstandes in der Romagna und den Legationen. 1839 stieg er zum Major, 1844 zum Oberstlieutenant, 1846 zum Obersten im 14. Infanterie-Regimente auf. Im Herbst 1848 trat er, 60 Jahre alt, nach 46jähriger Dienstzeit in den Ruhestand, in dessen Verlaufe er 1869 durch Verleihung der Elisabeth Theresien-Militär-Stiftung ausgezeichnet wurde. Oberst Tauber erreichte ein Alter von 84 Jahren und gehörte nahezu sieben Decennien den Reihen der k. k. Armee an. Mit ihm starb der letzte von jenen Officieren, welche in der Schlacht bei Deutsch-Wagram am 5. und 6. Juli 1809 mitgekämpft hatten, und zwar in dem berühmten Regimente Graf Erbach Nr. 42, welches für seine heldenmäßige Tapferkeit an den genannten Tagen die besondere Auszeichnung erwarb, bei allen Gelegenheiten den Grenadiermarsch schlagen zu dürfen. Tauber war vermält [siehe unten in den Quellen] und hinterließ Familie.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1872, im Localanzeiger, Nr. 184, in den „Hof- und Personal-Nachrichten“. – Neues Fremdenblatt (Wien, gr. 4°.) 1872, Nr. 184, in den „Personalnachrichten“.