BLKÖ:Thanhofer, Joseph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Thaner (Schreibweise)
Nächster>>>
Thanhofer, Franz
Band: 44 (1882), ab Seite: 165. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Thanhofer, Joseph|44|165|}}

Thanhofer, Joseph (k. k. Huszaren-Major, Geburtsjahr unbekannt, gest. am 17. December 1812). Der Sproß einer ungarischen Familie, in welcher Franz Thanhofer am 13. Mai 1727 von Kaiser Karl VI. geadelt wurde, trat Joseph in das 10. Huszaren-Regiment und brachte es 1799 zum Oberlieutenant in demselben. Im Feldzuge letztgenannten Jahres kam sein Regiment zur Armee in Deutschland, wo es mit Auszeichnung in den Schlachten bei Osterach und Stockach kämpfte, und in der Relation über letztere wird er unter den Helden des Tages aufgeführt. Am 24. Mal d. J. fand ein heftiges Gefecht bei Andelfingen statt, und wurde General Baron Kienmayer nebst seinem Adjutanten Thanhofer und etwa achzig Huszaren durch französische Cavallerie von jenem Orte abgeschnitten. Der General suchte nun die Thur, an deren Gestade Andelfingen gelegen, zu erreichen. Die nachsetzenden Chasseurs umzingelten den wegen seiner Bravour auch im Feindeslager wohlbekannten General in dem Augenblicke, als er im Begriffe stand, in die Thur zu springen, um schwimmend ans andere Ufer sich zu retten. Der Huszar Fekete parirte den gegen Kienmayer gerichteten Säbelhieb, verwundete mehrere Franzosen und befreite so den General sammt dessen Adjutanten. Vom hohen Felsen stürzten sich nun Letztere in die Thur, während die Huszaren an minder gefährlichen Stellen des steilen Flußufers dem Beispiele ihrer [166] Führer folgten. Die Franzosen aber mußten mit Ingrimm und Bewunderung zusehen, wie ihnen die Beute, welche ihnen bereits sicher schien, entging. Fünfzig Huszaren hatten das jenseitige Ufer erreicht, dreißig theils im reißenden Flusse, theils als sie sich durch die Feinde durchzuhauen versuchten, ihr Ende gefunden. Thanhofer trug eine Wunde davon und wurde im Berichte über dieses Gefecht unter den Ausgezeichneten genannt. Im Jahre 1809 rückte er zum Major in seinem Regimente vor. Dasselbe kämpfte in diesem Jahre mit rühmlichster Tapferkeit bei Dinzlingen (am 19. April), in der Schlacht bei Eckmühl (22. April), bei Aspern (21. und 22. Mai) und in den siebentägigen Gefechten bei Muschau und an der Thaya (6. bis 13. Juli), in welchen Thanhofer schwer verwundet wurde. Schon im December dieses Jahres starb er.

Thürheim (Andreas Graf). Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862, 8°.) Bd. II: „Huszaren“, S. 261, 263, 270 und 282.