BLKÖ:Thierry, Eugen

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Thiery, Freiherr
Band: 44 (1882), ab Seite: 231. (Quelle)
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Ein Eugen Thierry wirkte in den Fünfziger-Jahren, als die Lombardie noch österreichisch war, als Bildhauer in Mailand, wo er auch allem Anscheine nach in der Akademie der Brera seine künstlerische Ausbildung erhalten hat. Anfänglich befand sich unseres Künstlers Atelier in der Contrada di S. Ambrogio di Disciplini 3902, seit 1857 aber in der Contrada di Rugabella 4214. Schon auf der Ausstellung des Jahres 1844 in der Brera erregte eine kleine Porträtstudie aus Gyps, welche einen sitzenden, in einen Mantel gehüllten älteren Mann darstellte, durch ihre kunstfertige Ausführung die Aufmerksamkeit der Kenner. Seitdem sah man in den Ausstellungen öfter die Werke seines Meißels, so im Jahre 1854: „Ein Gartenmädchen, das Blumen pflückt“. Statuette; – „Eine Familienscene“, Marmorgruppe, im Auftrage des Herrn Heinrich Mylius-Mennet; – „Die Schamhaftigkeit“. Marmorstatuette; – 1855: ein [232] „Familienbild“, Porträte in Marmor, im Auftrage eines Herrn Schunk in Manchester; – 1856: „Ein lombardisches Mädchen am Vorabend ihrer Hochzeit“, Marmorstatuette; – 1857: „Marmorbüste des Georg Mylius“, in natürlicher Größe, und mehrere Porträtbüsten. Thierry war ein tüchtiger Künstler, im Porträtfache sehr gesucht, aber auch sonst zeichneten sich seine Arbeiten aus, so z. B. war seine Statuette „Die Schamhaftigkeit“ ein Werk, das sich nicht minder durch die Grazie in der Form, als durch das Leben, das der Künstler dem Marmor einzuhauchen verstand, bevorthat. In den Künstler-Lexikons sucht man nach dem Namen Thierry’s vergeblich. [Schmidl (Adolph Dr.). Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst (Wien, 4°.) II. Jahrg. (1845), S. 29, im Artikel: „Die Mailänder Kunstausstellung im September 1844“. – Il Fotografo. Giornale illustrato (Milano, kl. Fol.) 12. Sett. 1857, Nr. 37, p. 290: „Esposizioni di belle arti in Milano“. – Album Esposizione di belle arti in Milano ed altre città (Milano, Giuseppe Canadelli, 4°.) Anno XVIII (1856), p. 113.]