BLKÖ:Thierry de Ménonville, Wilhelm Heinrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Thierry, Eugen
Band: 44 (1882), ab Seite: 231. (Quelle)
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Thierry de Ménonville, Wilhelm Heinrich (Seidenzüchter, geb. zu Hermannstadt in Siebenbürgen am 20. Mai 1827). Des in Rede Stehenden Vater W. H. Thierry, aus Mühlhausen in der Schweiz [Trausch bezeichnet als Thierry’s des Vaters Geburtsort Mühlhausen in der Schweiz; nun gibt es wohl an zwanzig Mühlhausen, eines in Sachsen, vier in Preußen, drei in Baden, fünf in Württemberg, vier in Bayern, eines in Hessen, eines in Frankreich (Mulhouse), aber keines, das in der Schweiz gelegen wäre; in welchem also Thierry geboren, läßt sich nicht bestimmen, vermuthlich in letztgenanntem.] gebürtig, kam nach seinem Abgange aus der französischen Armee im Jahre 1816 nach Hermannstadt. Daselbst trat er anfangs mit dem Buchhändler und Buchdrucker Martin von Hochmeister in Verbindung, in der Folge aber errichtete er auf eigene Rechnung Sortimentsbuchhandlungen in Hermannstadt, Kronstadt und Bukarest, von wo aus er die größeren Ortschaften in Siebenbürgen, wie Groß-Enyed, Klausenburg, Maros-Vásárhely, mit Druckschriften versah. Wie sich allmälig die Verhältnisse stellten, fand er es angemessener, seine ganze Kraft in der Hermannstädter Handlung zu concentriren, und so gingen 1827 jene zu Kronstadt an Wilhelm Németh, 1834 jene zu Bukarest an Friedrich Wallbauer über. Aber bald nach Uebergabe der letzteren Handlung wurde er am 29. December 1834 im Alter von erst 47 Jahren seiner Familie und seinem immer mehr aufblühenden Geschäfte durch den Tod entrissen. Die Witwe setzte dasselbe in Hermannstadt noch acht Jahre fort, dann verkaufte sie es dem jetzigen Besitzer Robert Krabs. – Wilhelm Heinrich Thierry de Ménonville ist des Vorgenannten zweiter Sohn, der seine Studien am Kronstädter evangelischen Gymnasium beendete und später seinen bleibenden Aufenthalt in Bukarest nahm. Er wendete, so lange er in Siebenbürgen lebte, sein Hauptaugenmerk auf die Seidenzucht, für deren Verbreitung daselbst er sehr bemüht war. Aus diesem Anlasse veröffentlichte er folgende zwei Schriften: „Bericht an das hohe königlich siebenbürgische Gubernium über den Stand des Seidenbaues in Siebenbürgen nebst Vorschlägen zur Hebung der Seidenzucht. Von W. H. de M.“ (Hermannstadt 1804, Th. Steinhaußen, 8°.) und „Entwurf zur Organisation von Maulbeer- and Obstbaumpflanzungs-Inspectoraten in Siebenbürgen“ (Hermannstadt im August 1864, Lithogr. in 4°.).

Trausch (Joseph). Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denkblätter der Siebenbürger Deutschen (Kronstadt 1871, Joh. Gött und Sohn, gr. 8°.) Bd. III, S. 397.