BLKÖ:Thurn-Taxis, Emmerich Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 45 (1882), ab Seite: 84. (Quelle)
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Thurn-Taxis, Emmerich Fürst (Ritter des goldenen Vließes und General der Cavallerie, geb. 12. April 1820), ein Sohn des Fürsten Karl Anselm aus dessen Ehe mit Maria Isabella geborenen Gräfin Eltz, trat in jungen Jahren in die kaiserliche Armee und stieg vom Rittmeister im 4. Uhlanen-Regimente bereits 1849 zum Major des 1. Huszaren-Regiments auf. Ende März 1852 in gleicher Eigenschaft in das 4. Dragoner-Regiment übersetzt, wurde er noch im nämlichen Jahre Oberstlieutenant im 7. Uhlanen-Regiment, 1854, mit 36 Jahren, Oberst und Commandant desselben. Am 8. Juli 1859 zum Generalmajor und Brigadier bei dem 1. Cavallerie-Armeecorps vorgerückt, wurde er dann Commandant der Central-Cavallerieschule, 1865 zugleich in dieser Eigenschaft Brigadier im 2. Armeecorps, 1866 Cavallerie-Brigadier zu Preßburg und am 25. Juli d. J. Feldmarschall-Lieutenant und Cavallerie-Divisionär zu Lemberg in Galizien, am 25. October d. J. General der Cavallerie, 1876 Inhaber des 3. Huszaren-Regiments, am 19. December 1877 lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes und 1878 Ritter des goldenen Vließes. Zur Zeit ist Fürst Emmerich Oberststallmeister Sr. Majestät des Kaisers und Gardecapitän der k. k. Leibgarde-Reiterescadron. Schon als Rittmeister im 4. Uhlanen-Regiment, welches 1848 in Italien stationirt war, zeichnete er sich vor Ausbruch der Revolution, vom 18. März bis 6. Mai, innerhalb welcher Zeit der Rückzug von Cremona stattfand, bei mehreren Anlässen so aus, daß er in den Relationen dieser Periode öffentlich belobt ward. Im März 1849 mußte das Regiment auf den ungarischen Kriegsschauplatz abrücken, und in der siegreichen Schlacht bei Temesvár, am 9. August, wurde der Fürst durch einen Granatensplitter schwer verwundet. In Anerkennung seiner im ungarisch-siebenbürgischen Feldzuge bewiesenen Tapferkeit erhielt er den Leopoldorden mit der Kriegsdecoration, nachdem er zuvor schon mit dem Militär-Verdienstkreuze ausgezeichnet worden. Als 1868 Kaiser Alexander II. von Rußland sich eben in Warschau befand, wurde Fürst Thurn-Taxis, damals Commandirender in Galizien, an denselben entsendet, um die üblichen Grüße des Kaisers von Oesterreich zu überbringen. Die vom Czaren darauf gegebene Antwort klang echt russisch und erinnerte an die 1859er Scene zwischen Napoleon III. und Hübner. Die Zeit ist über beide Acte des Uebermuthes zur Tagesordnung übergegangen. Am 22. April 1878 entging der Fürst glücklicherweise einem Mordattentate, das ein Handelsagent Namens Wild im Wiener Prater an ihm verübte. Der General wurde von Bayern, zu wiederholten Malen, vom Sultan, von Preußen, Rußland, Frankreich und Italien mit Ritter-, Commandeur- und Großkreuzen ausgezeichnet. [85] Er hatte sich am 27. Juni 1850 mit Lucie Gräfin Wickenburg vermält, verlor sie aber bereits am 3. April 1851 durch den Tod.

Thürheim (Andreas Graf). Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1863, Geitler, gr. 8°.) Bd. I: „Die Kürassiere und Dragoner“ S. 412; Bd. II: „Die Huszaren“ S. 22; Bd. III: „Die Uhlanen“ S. 103, 111, 173, 174, 175. – Neues Wiener Tagblatt, 28. Juli 1871: „Memento“. – Presse 1878, Nr. 110 im Feuilleton: „Mordattentat gegen den Oberststallmeister Fürsten Thurn-Taxis“.