BLKÖ:Toppertzer, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Topolcsányi
Band: 46 (1882), ab Seite: 131. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1123043825, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Toppertzer, Johann|46|131|}}

Toppertzer, Johann (evangelischer Theolog, geb. zu Leutschau in Ungarn am 31. März 1729, gest. zu Wallendorf in der Zips am 11. Juli 1811). Im Jahre 1749, bis zu welchem er die Lehranstalten seiner Vaterstadt besucht hatte, begab er sich nach Oedenburg, wo er unter Rector Ribiny [Band XXVI, S. 9] die theologischen und anderen Studien betrieb. 1752 bezog er die Universität Jena, an welcher er die Vorträge der damals berühmten Professoren Daries, Hamberger, Köcher, Reusch, Succow, Walch und Anderer hörte. 1754 ging er nach Göttingen und besuchte daselbst die Vorlesungen von Gaßner, Heumann, Michaelis, Mosheim, Ribod und Anderen. 1756 von seiner Vaterstadt Leutschau zur Uebernahme des Conrectorats [132] berufen, verließ er letztgenannte Universität und trat am 14. Juni dieses Lehramt an. Durch vierzig Jahre, bis 1796, versah er dasselbe allein, von dieser Zeit bis 1804 aber in Verbindung mit seinem Sohne Samuel [siehe diesen S. 133], der zur Unterstützung des alternden Vaters diesen im Vortrag der meisten Wissenschaften ersetzte. Als aber der Sohn 1804 Prediger in Großschlagendorf wurde, legte der 75jährige Greis seine Stelle gänzlich nieder und lebte die nächsten drei Jahre in vorgenanntem Orte und die letzten vierthalb Jahre in Wallendorf bei seinem Sohne. Johann Toppertzer beschäftigte sich auch in Stunden der Muße mit seiner Lieblingswissenschaft, der Theologie. Folgende Schriften gab er im Druck heraus: „Commentatio theologica de Unione cum Deo spirituali methodo naturali adornata“ (Jenae 1756, 4°.); – „Zustand der abgeschiedenen Seelen vor der Auferstehung der Todten“ (Leipzig 1766, Hilscher, 8°., 180 S.); – „Osterbetrachtung zur christlichen Feyer dieses hochheiligen Festes“ (Leutschau 1800, 8°.). Ungleich mehr aber hinterließ er in Handschrift, und zwar: eine „Theologische Sittenlehre“, in einem ziemlich starken Quartbande; – „Annotationes in libros veteris et novi Testamenti“, fünf Quartbände; – „Verbesserungen der deutschen Uebersetzung der Bibel von Luther“; – „Theologische Betrachtungen“, zwei Bände; – „Kurze Erklärung einiger Stellen des alten Testamentes“, zehn Bände; – „Versuch einer Widerlegung des Horus“; – „Anmerkungen über einige Stellen der Eberhard’schen Apologie des Sokrates“, zwei Bände. Außerdem mehrere theologisch-polemische Schriften, namentlich aus den letzten Jahren seines Lebens. In seinem Nachrufe wird er wegen seiner wahren Religiosität, Redlichkeit, Menschen- und Wahrheitsliebe gerühmt. Streng orthodox, war er doch duldsam gegen Andersdenkende. Bescheiden und demüthig in seinem Wesen, theilte er das Schicksal vieler würdiger Schulmänner der Vergangenheit, nämlich: arm zu sein.

Annalen der Literatur und Kunst in dem österreichischen Kaiserthum (Wien, A. Doll, 8°.) Bd. III, S. 252. – Toperczer (Samuel). Supremum pietatis monumentum memoriae viri olim clarissimi doctoris Toperczeri consecratum (Leutschau 1811, 8°.). – Haan (A. Ludovicus). Jena hungarica sive memoria Hungarorum a tribus proximis saeculis Academiae Jenensi adscriptorum (Gyulae 1858, Rethy, 8°.) p. 67.