BLKÖ:Toppertzer von Todtenfeld, Paul

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 46 (1882), ab Seite: 132. (Quelle)
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Toppertzer von Todtenfeld, Paul (k. k. Hauptmann, geb. zu Käsmark in der Zips am 10. November 1741, erlag 1796 seinen im Kampfe bei Mannheim empfangenen Wunden). Sein Vater Samuel war ein angesehener Bürger Käsmarks, seine Mutter Elisabeth eine geborene Kray. In seiner Neigung zum Soldatenstande von einem Anverwandten mütterlicherseits, dem General-Feldzeugmeister Paul von Kray [Bd. XIII, S. 161] entgegenkommend unterstützt, trat er, zwanzig Jahre alt, trotz aller Gegenvorstellungen der Eltern in die kaiserliche Armee. Es war die Zeit des siebenjährigen Krieges, der Feldzug 1761. Das Regiment, in dem er diente, stand vor Schweidnitz, welches Laudon in der Nacht vom 1. October durch Ueberfall und Sturm nahm. Auch Toppertzer befand sich unter den Stürmenden, und zwar unter den ersten derselben. Schon sollten die Thore der Festung erbrochen werden, als ihn der aufwirbelnde Schutt einer losgegangenen Mine ganz überschüttete. Da [133] er nach einiger Zeit zu sich kam und sich kampffähig fühlte, schloß er sich wieder den Stürmenden an und drang in die bereits von den Unseren genommene Stadt. Für sein ausgezeichnetes Verhalten im Sturme wurde er zum Feldwebel befördert. In dieser Charge diente er volle eilf Jahre. Daß er über solch langsames Avancement wenig befriedigt war, erklärt sich wohl von selbst, und die Gelegenheit eines dienstlichen Commandos nach Wien im Jahre 1772 benutzend, stellte er sich der Kaiserin vor und klagte ihr seine unverdiente Zurücksetzung. Nachdem dieselbe von seiner tadellosen Conduite Kenntniß erhalten hatte, rückte er zum Lieutenant auf. Als nach Ausbruch des bayrischen Erbfolgekrieges 1778, Friedrich II. feindselig gegen Oesterreich auftrat, kämpfte Toppertzer bei Vise und Neustädtl in Schlesien, sowie in dem Türkenkriege 1788 bei Berbir mit Auszeichnung. Noch machte er die ersten drei Feldzüge des französischen Revolutionskrieges mit und that sich in den blutigen Gefechten bei Maubeuge und Marchienne au Pont hervor. Zwei schöne Waffenthaten vollführte er im Feldzuge des Jahres 1795 bei Goslik (Gösselin) und Charleroi. Ersteren Ort hielten die Franzosen besetzt. Mit einer Abtheilung von 300 Mann unternahm Toppertzer den Angriff und vertrieb nach einem hartnäckigen Gefechte den Feind aus jener Position. Nun galt es, auch Charleroi, dessen Besitz für die Unseren ob der weiteren Operationen von großer Wichtigkeit war, den Franzosen zu entreißen. Toppertzer unternahm das Wagstück und zwang dieselben nach einem blutigen Angriffe zum Rückzug. In Würdigung seiner Tapferkeit wurde er zum wirklichen Hauptmanne im Fürst Anton Eszterházy-Infanterie-Regimente Nr. 34 befördert und noch im nämlichen Jahre von Kaiser Franz I. in den österreichischen Adelstand mit dem Prädicate von Todtenfeld erhoben. Im Feldzuge 1796 stand sein Regiment vor Mannheim. Bei dem Kampfe mit den Franzosen, die alle Anstrengungen machten, diese Stadt zu nehmen, wurde er von einer Haubitze getroffen, welche ihm den rechten Fuß zerschmetterte. Eine Amputation, die sein Leben retten konnte, ließ er nicht vornehmen, weil er sein Dasein nicht als Krüppel und Invalide thatenlos fristen wollte, und so erlag er nach einigen Tagen seiner Verwundung, seine Gattin mit zwei Töchtern und einem Sohne in Preßburg zurücklassend. Toppertzer wurde in Heidelberg begraben.

Melzer (Jacob). Biographien berühmter Zipser (Kaschau [1832], Ellinger, 8°.) S. 149–153.