BLKÖ:Torresani von Lanzenfeld di Camponero, Karl Franz Ferdinand

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Torres, Vincenz Graf
Band: 46 (1882), ab Seite: 160. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Torresani von Lanzenfeld di Camponero, Karl Franz Ferdinand|46|160|}}

Torresani von Lanzenfeld di Camponero, Karl Franz Ferdinand (geb. zu Mailand am 19. April 1846). Der Sproß einer adeligen südtirolischen Familie, über welche die Quellen Näheres berichten. Karl ist ein Sohn des 1847 verstorbenen k. k. Gubernial- und Präsidial-Vicesecretärs Peter Freiherrn von Torresani aus dessen Ehe mit Beatrix geborenen Gräfin Giovio, und ein Enkel des k. k. Hofrathes und Mailänder General-Polizeidirectors im Jahre 1848 Karl Justus Freiherrn von Torresani, welchem eine Partei jener Zeit Schuld gab, durch eigenmächtiges [161] Zurückhalten der ah. bewilligten Constitution den Ausbruch der Revolution in Mailand hervorgerufen zu haben. Nachdem er die erste Erziehung im Elternhause genossen hatte, kam er im September 1861 als Zögling in die Wiener-Neustädter Militär-Akademie, aus welcher er am 1. September 1865 als Lieutenant m. G. zum Uhlanen-Regimente Graf Trani Nr. 13 ausgemustert wurde. Im Mai 1866 rückte er zum Lieutenant h. G., noch im Juli d. J. zum Oberlieutenant im Regimente vor. Im Feldzuge 1866, in welchem dasselbe in Italien stand, zeichnete er sich am 21. Juli durch seine Tapferkeit besonders aus. Eine aus Cimego debouchirende etwa 300 Mann starke feindliche Colonne beabsichtigte einen Angriff auf die Brücke vor dem Orte. Er stand mit einer Patrouille von sieben Reitern in der Nähe. Durch eine Biegung der Straße begünstigt, warf er sich mit seinen wenigen Reitern unvermuthet auf die Colonne, welche, in ihrer Bestürzung die Angreifer für viel stärker haltend, als sie in der That waren, die Flucht ergriff und Rettung suchte, wo sie nur konnte. Nur wenige Flüchtige gewannen nach dem ersten Schreck die Geistesgegenwart wieder, retteten sich auf die an der Straße gelegenen Seitenmauern und feuerten auf unsere Uhlanen. Diese aber hatten indessen bereits reiche Beute gemacht und kehrten mit nur zwei verwundeten Pferden zu ihrer Abtheilung zurück. Torresani erhielt für seine Waffenthat das Militär-Verdienstkreuz mit der Kriegsdecoration. Im Jahre 1870 war der Freiherr noch Frequentant der Kriegsschule, später aus dem Verbande der activen Armee geschieden, lebt er noch gegenwärtig im Ruhestande.

Hoffinger (Joh. Ritter). Lorbeer und Cypressen von 1866. Dem Heere und Volke [162] Oesterreichs gewidmete Blätter der Erinnerung an schöne Waffenthaten (Wien 1868, kl. 8°.) Südarmee, S. 76.