BLKÖ:Tost, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Tosi, Luigi
Band: 46 (1882), ab Seite: 225. (Quelle)
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Tost. Es sind Zwei Personen dieses Namens, Beide Tonkünstler, zu verzeichnen. Ein Johann Tost, der zu Anfang des laufenden Jahrhunderts als Großhändler in Wien lebte, war ein begeisterter Musikfreund und ein geschickter Violinspieler. Als die im Jahre 1812 in Wien gegründete „Gesellschaft der österreichischen Musikfreunde“ am 29. November d. J. Händel’s Oratorium: „Timotheus oder die Gewalt der Musik“ unter Mitwirkung von mehr als 700 Musikern in der eigens dazu hergerichteten großen k. k. Winter-Reitschule zur Aufführung brachte, wobei Hofsecretär von Mosel als Dirigent fungirte, Andreas Streicher das Clavierspiel und Frau von Geymüller, die Fräulein von Barnsfeld und Riedel, die Herren Hofrath von Kiesewetter, Dr. Ignaz Sonnleithner, Soini und Hofmann, sämmtlich Dilettanten, die Solopartien übernommen hatten, spielte Johann Tost die erste Violine. Später dirigirte er öfter die großen Musikaufführungen der genannten Gesellschaft, namentlich Händel’s „Alexanderfest“ und Stadler’s „Befreiung von Jerusalem“. Joseph Haydn hat ihm eine seiner schönsten Quartettenpartien zugeeignet. – Ein gleichfalls sehr geschickter Violinspieler Tost, dessen Taufname nicht bekannt ist, ein Böhme von Geburt, lebte in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Er war 1790–1795 Mitglied der Fürst Eszterházy’schen Musikcapelle in Preßburg unter Haydn’s Leitung und scheint früher auch Orchesterdirector der Seypp’schen Gesellschaft gewesen zu sein, wenigstens deuten darauf mehrere von ihm für dieselbe geschriebenen Operetten hin. Die Titel derselben sind; „Mann und Frau, Witwer, Witwe“; – „Der Sonderling“; – „Der Lügner“; auch componirte er mehrere Gesangstücke zum „Figaro“ und zu anderen Stücken.

Taschenbuch für die Schaubühne auf das Jahr 1791 (Gotha, Ettinger, 32°.) S. 144. – Gerber (Ernst Ludwig). Historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler u. s. w. (Leipzig 1792, Breitkopf, gr. 8°.) Bd. II. Sp. 664. – Derselbe. Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, gr. 8°.) Bd. IV, S. 377.