BLKÖ:Triebensee, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Triebnigg, G.
Band: 47 (1883), ab Seite: 192. (Quelle)
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Triebensee, Joseph (Componist und Virtuos auf der Oboe, geb. in Wien 1760, Todesjahr unbekannt). Joseph, dessen Vater Oboist am Wiener Nationaltheater und ein großer Meister aufs seinem Instrumente war, erhielt von dem berühmten Albrechtsberger [Bd. I, S. 12] Unterricht im Contrapunkt. Im Jahre 1796 trat er als Capellmeister in die Dienste des Fürsten Liechtenstein. Er begleitete seinen Herrn auf dessen Reisen und lebte sonst die Zeit meist in Feldsberg, einem Schlosse des Fürsten, auf welchem derselbe ein gutes Orchester unterhielt, welches unter Triebensee’s Direction classische Tonwerke zur Aufführung brachte. Wie lange dieser in Diensten des Fürsten gestanden, ist nicht bekannt. Wir wissen nur, daß er im Jahre 1811 als Capellmeister des Theaters in Brünn, 1829 und 1830 als solcher am ständischen Theater in Prag fungirte. Er war damals schon ein Sechziger. Ueber seine späteren Lebensschicksale sind wir nicht unterrichtet. In Gemeinschaft mit Ignaz Ritter von Seyfried [Bd. XXXIV, S. 176] componirte er die Operette „Der rothe Geist im Donnergebirge“, zu welcher Matthäus Stegmayer [Bd. XXXVII, S. 327] den Text geschrieben und welche im Schikaneder-Theater im Freihause am 5. Juni 1799 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Von anderen theatralischen Compositionen Triebensee’s ist nichts bekannt. Dagegen schrieb er ein „Hoboe-Concert“, welches er selbst in einer Akademie des Nationaltheaters zum Besten der Tonkünstlerwitwen im Jahre 1795 vortrug; – ferner: „III Quatuors à Oboe, Viol., Alt. et Vcllo“; – „II Quintetti p. il Cembalo, Oboe, Viol., Alt. et Vcllo“ und Tänze verschiedener Art. Doch alle diese Compositionen sind ungedruckt. Nach Anderen wären einige Werke Triebensee’s bei Diabelli und Haslinger in Wien im Stich erschienen. Es ist bemerkenswerth, daß dieser von seinen Zeitgenossen hochgeschätzte Musicus geradezu verschollen ist. Gerber schreibt ausdrücklich über ihn: „Wie sein Vater unter die ersten Künstler auf der Oboe gezählt wird, gehört auch der Sohn nicht nur unter die vorzüglichen Virtuosen auf der Oboe, sondern auch zu den empfindungsvollen Componisten, sowohl für sein Instrument, als für die sogenannte Harmonie überhaupt, und auch selbst für den Gesang“. Der in Rede Stehende wird auch Trübensee geschrieben.

Gerber (Ernst Ludwig). Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, gr. 8°.) Bd. IV, S. 395. – d’Elvert (Christian Ritter). Geschichte der Musik in [193] Mähren und Oesterreichisch-Schlesien. Mit Rücksicht auf die allgemeine böhmische und österreichische Musikgeschichte (Brunn 1873, gr. 8°.) S. 203.