BLKÖ:Uiberacker, Wolfgang Hieronymus Amadeus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 48 (1883), ab Seite: 262. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 102406817X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Uiberacker, Wolfgang Hieronymus Amadeus|48|262|}}

29. Wolfgang Hieronymus Amadeus (geb. 16. September 1780, gest. 7. Februar 1806), von der Pfongauer Linie, ein Sohn des Grafen Wolfgang Franz Anton aus dessen zweiter Ehe mit Karolina Gräfin von Khuenburg, studirte zu Salzburg, wo er 1787 fürsterzbischöflicher Edelknabe wurde. Im Jahre 1798 veröffentlichte er die Dissertation: „Vorschlag, dem öffentlichen Eide im Staate mehr Zuverlässigkeit zu geben. Nebst Sätzen aus der praktischen Philosophie, welche an der Universität zu Salzburg unter dem Vorsitze des öffentlichen Lehrers [[BLKÖ:Miller, Emil|Aemilian Müller, Benedictiners aus dem Stifte Rott, zur öffentlichen Vertheidigung aufstellt Hieronymus Graf v. Uiberacker, von Salzburg hochfürstl. Edelknabe, den 13. Aerndtemonat“ (Salzburg, gedruckt bei Frz. X. Duyle, 1798, 8°.). Ueber diese Schrift, welche er seinem Onkel Wolfgang Christoph [S. 249] widmete, schreibt die „Allgemeine Literatur-Zeitung“, 1798, Bd. II, S. 497, unter Anderem: „Die Disputirsätze enthalten das Vorzüglichste aus der praktischen Philosophie nach den Grundsätzen der kritischen Philosophie. Im ganzen Umfange sind Sätze dieser Art zum ersten Male auf der Universität zu Salzburg aufgestellt worden. Bei der Vertheidigung zeigte Herr Defendent Graf von Uiberacker Einsicht und Gewandtheit“. Auch der Styl der Schrift wird als gut gerühmt. 1803 trat der Graf bei der kurfürstlichen Regierung in Salzburg als Sessionär in den Staatsdienst. Im nächstfolgenden Jahre zum wirklichen Regierungssecretär ernannt, wurde er aus einer vielversprechenden Laufbahn 1806, erst 26 Jahre alt, durch den Tod abberufen. Das Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv besitzt ein paar wissenschaftliche Arbeiten des Grafen in Handschrift, eine davon führt den Titel: „Bemerkungen über das Pfleg-, Stadt- und Landgericht Radstadt“, 1800, 13 Bogen in Fol., die andere: „Bemerkungen über das hochf. Pfleg-, Land- und Berggericht Tamsweg“. 1800, 17 Bogen in Fol. In diesen beiden Arbeiten behandelt er Lage, Klima, Grenzen, politische Eintheilung, Geistlichkeit, Grundherrschaften, Bevölkerung, Landpässe, Gewässer, Beamte, Steuererträgniß, Gefälle, Registratur, Landescultur, Viehstand, Dörfer, Bergbau und Waldstand. Am 29. October 1804 mit Antonia Gräfin von Crystallnigg vermält, ließ er dieselbe zwei Jahre später als kinderlose Witwe zurück. Der Reichshofraths-Präsident Graf Wolfgang Christoph [S. 249] von der Sighartsteiner Linie, welcher unvermält und kinderlos war, hatte seine letztwilligen Verfügungen zu seines Vetters Wolfgang Hieronymus Amadeus Gunsten getroffen und denselben zum Fideicommißbesitzer von Sighartstein eingesetzt und so die seit 1667 getrennten Besitzungen von Sighartstein und Pfongau wieder vereinigt. Nach dem Tode des Grafen Wolfgang Hieronymus Amadeus ging der Besitz von Sighartstein auf dessen jüngsten Bruder Wolfgang Joseph Alois über. –