BLKÖ:Ullepitsch Edler von Krainfels, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Vorwort (Band 49)
Band: 48 (1883), ab Seite: 299. (Quelle)
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Ullepitsch Edler von Krainfels, Karl (Landeschef im Herzogthum Krain, geb. zu Seisenberg in Unterkrain am 28. Februar 1810, gest. zu Laibach am 23. Juli 1862). Nach Beendigung der Gymnasialclassen hörte er die Rechte an den Hochschulen zu Gratz und Wien, erlangte das Doctorat der Philosophie und zu Padua jenes der Rechte. In sein Heimatland zurückgekehrt, trat er am 18. Juni 1833 als Conceptspracticant bei dem Laibacher Stadt- und Landgerichte in den Staatsdienst. 1834 kam er in gleicher Eigenschaft zur k. k. Kammerprocuratur in Laibach. In dieser Stellung verblieb er bis zum 13. April 1842, worauf er zum dritten Fiscalamtsadjuncten vorrückte. Während seiner sechsjährigen Dienstzeit als Adjunct wurde er zur Regulirung der Servitutsberechtigungen bei der Montanherrschaft Idria, dann zur Abmarkung der Montanwaldungen [300] abgeordnet und war zugleich als Fachschriftsteller thätig, indem er nachstehende Werke herausgab: „Das ah. Erbsteuerpatent vom 15. October 1810 in Verbindung mit den darauf Bezug habenden Gesetzen und in den einzelnen Provinzen kundgemachten nachträglichen Verordnungen. Nebst einem Anhange über die Einregistrirung“ (Laibach 1839, Kleinmayr, 8°.), worüber die Wagner’sche „Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit“ im Jahrgang 1840, Bd. III, S. 294–305 eine ausführliche Besprechung bringt; und „Das Mortuar, das Abfahrtsgeld und der Schulbeitrag in den deutschen Provinzen der österreichischen Monarchie“ (ebd. 1841, 8°.). Auch trat er während seiner Dienstleistungen in vielfachen Verkehr mit den Bewohnern Adelsbergs in Innerkrain und errang ihr Vertrauen in solchem Grade, daß sie ihn, als die Wahlen für den österreichischen Reichstag im Jahre 1848 stattfanden, in denselben wählten. An den parlamentarischen Arbeiten nahm er in thätiger Weise Theil. Insbesondere geschah dies in den Reichstagsitzungen vom 23. und 24. Jänner 1849, in welchen er das Haus aufmerksam machte, daß es ein Wagestück sei, die Anklagejury einzuführen, welcher Ansicht dasselbe auch beitrat. Nach Auflösung des Reichsrathes im Jahre 1849 wurde er zum k. k. Ministerialcommissär zur Durchführung der Grundentlastung in Krain und zum Präsidenten der aufgestellten Grundentlastungs-Landescommission ernannt. Noch in demselben Jahre erfolgte auch seine Anstellung als provisorischer und 1850 als wirklicher General-Procurator des Oberlandesgerichtes in Klagenfurt. 1853 wurde er zur Durchführung der Grundentlastung in Croatien und Slavonien beigezogen und bald darauf zum Ministerialrath und Präsidenten der Grundentlastungs-Landescommission in Agram ersehen. Nach Vollendung des Grundentlastungsgeschäftes daselbst zum Präsidenten des Urbarial-Obergerichts befördert, verließ er diese Stellung, als ihn der Kaiser als Hofrath an die Spitze der Landesregierung in Krain berief. Seine Verdienste in der vorgeschilderten Laufbahn wurden von dem Monarchen wiederholt durch Auszeichnungen gewürdigt, so erhielt er bei Gelegenheit der Stiftung des Franz Joseph-Ordens im Jahre 1850 das Ritterkreuz desselben, und während seiner Dienstleistung als Präsident der Grundentlastungs-Landescommission in Agram wurde er mit kaiserl. Diplom ddo. Wien 22. Jänner 1855 in den erbländischen Adelstand mit dem Ehrenworte Edler von und mit dem Prädicate von Krainfels erhoben. Hand in Hand mit diesem amtlichen Berufe geht noch eine nicht minder bemerkenswerthe Thätigkeit, die ihm auch nach anderer Seite eine dauernde Erinnerung sichert. Im historischen Vereine für Krain, dessen Ehrenmitglied er war, lebt sein Andenken fort. Er zählte zu den neun Patrioten, welche zu Beginn des Jahres 1840 unter der Aegide des Erzherzogs Johann die Bitte um Bewilligung zur Errichtung eines historischen Vereines für Innerösterreich (Steiermark, Kärnthen und Krain) unterzeichneten. Als dann auf Grund der im April 1840 ertheilten ah. Genehmigung in Krain durch das illyrische Landespräsidium ein provisorischer Ausschuß ernannt wurde, war es Ullepitsch, der als Secretär und Geschäftsleiter die nöthigen Einleitungen zur Bildung des Vereines zu treffen hatte. Ihm lag zum größten Theile die Erledigung der Geschäfte ob, und seinem Eifer war die bis 1. März 1844 ungeachtet entgegenwirkender Elemente [301] zu Stande gebrachte ansehnliche Mitgliederzahl zu verdanken. Auch erwarb er sich Verdienste um den reichen Besuch und die Ordnung der Vereinsversammlungen. Noch hat sich Ullepitsch als Schriftsteller und Dichter bemerkbar gemacht. Schon 1832 trat er unter dem Pseudonym Jean Laurent im „Illyrischen Blatte“, welches damals Professor Heinrich redigirte, mit einem Gedichte an die Griechen bei Ankunft ihres Königs Otto, dann mit mehreren anderen Poesien auf. 1839 übernahm er die Redaction der „Laibacher Zeitung“ und der mit ihr unter dem Namen „Illyrisches Blatt“ verbundenen Unterhaltungsbeilage. Während seiner Redactionszeit, bis 1846, veröffentlichte er, namentlich im Jahre 1839, eine größere Anzahl Gedichte, theils Balladen und Romanzen aus der Geschichte des Landes, theils didaktische Gedichte. Nun, wenn ihm auch seine poetischen Ergüsse einen Platz auf dem österreichischen Parnaß nicht zu sichern vermögen, so hat er durch seine Arbeiten in ungebundener Rede um so verdienstlicher gewirkt, denn seine geschichtlichen Aufsätze erschienen nicht nur im „Illyrischen Blatte“, sondern mehrere der wichtigeren auch in den Mittheilungen des historischen Vereines, so im Jahrgange 1846 außer einigen literarischen Anzeigen und dem Verzeichnisse der vom historischen Provinzialvereine für Krain erworbenen Gegenstände, welches sich auch in den späteren Jahrgängen fortsetzte, eine „Darstellung der Lapidardenkmale Krains mit ihren Abbildungen“ (Nr. 5 und 7), im Jahrgang 1847 eine Fortsetzung derselben (Nr. 2, 4 und 6) und das „Diplomatarium Carniolicum“, welches er aus den Archivsmaterialien des historischen Vereines für Krain redigirte (Nr. 3, 4, 5, 6, 10, 11, 12), im Jahre 1848 Fortsetzungen der „Lapidardenkmale“ (S. 16) und des „Diplomatarium Carniolicum“ (S. 18, 27, 93) und im Jahrgang 1849 Fortsetzung des „Diplomatarium“ (S. 48 und 98); mit diesem Jahre endet seine Betheiligung am Vereine, sein amtlicher immer wechselnder Beruf nimmt ferner seine ganze Thätigkeit in Anspruch. Außerdem erschien selbständig von ihm das „Denkbuch der Anwesenheit Ihrer Majestäten des Kaisers Ferdinand I. und der Kaiserin Maria Anna bei Gelegenheit der innerösterreichischen Gewerbe- und Industrieausstellung in Laibach im Jahre 1844“ (Laibach 1844). Und eine Sammlung seiner Sprüche und Sinngedichte, von denen ein Theil im „Illyrischen Blatt“ unter der Aufschrift „Decimen“, weil immer deren zehn auf einmal zusammengestellt waren, erschienen ist, gab er unter dem Titel „Aphorismen“ heraus. Mehrere auswärtige historische Vereine, so die gelehrte esthnische Gesellschaft in Dorpat, die Gesellschaft der Alterthumsfreunde in Bonn u. a. ernannten ihn zu ihrem Ehrenmitgliede. Ueber seinen Familienstand siehe unten die Quellen.

Laibacher Zeitung, 1862, 24. Juli, Nr. 168. – Dieselbe, 1862, Nr. 186, im Bericht über die Monatsversammlung des historischen Vereines für Krain vom 7. August 1862. – Oesterreichischer Courier (vormals „Theater-Zeitung“ von Adolph Bäuerle) 28. Jänner 1849, Nr. 24, im Leitartikel: „Wien, den 28. Jänner“ von D. M. W. – Genealogisches Taschenbuch der Ritter- und Adelsgeschlechter (Brünn, Buschak und Irrgang, 32°.) IV. Jahrg. (1879), S. 651.
Karl Ullepitsch vermälte sich am 6. Februar 1837 mit Maria Nuschitz (geb. 21. November 1817), welche ihm folgende Kinder gebar: Karl (geb. 25. Juli 1838, gest. 20. September 1839); – Robert (geb. 2. Mai 1840, gefallen als k. k. Oberlieutenant in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866); [302] Richard (geb. 13. Mai 1848, gest. als Oberlieutenant am 3. October 1877) und Rudolph (geb. 12. März 1842), zur Zeit k. k. Rathssecretär beim Kreisgerichte Rudolphswerth in Krain. Seit 13. October 1870 ist Letzterer mit Josephine geborenen Tischler (geb. 1. März 1848) vermält, und stammen aus dieser Ehe: Robert Mauritius (geb. 4. November 1872), Marie Theodore (geb. 30. December 1874) und Melitta Alexandra (geb. 28. December 1876).
Wappen der Ullepitsch Edlen von Krainfels. Quadrirt. 1 und 4: in Silber ein aus der Spaltungslinie hervorwachsender blauer Adler mit einem von Silber und Roth in zwei Reihen geschachtem Halbmonde auf der Brust; 2: in Blau das vorwärts gerichtete Bild der Themis mit weiß verbundenen Augen, in einem langen faltigen weißen Gewande, die Aermel zurückgeschlagen und jeden mit einer goldenen Spange geknüpft, um die Hüften ein blaues Ueberkleid, in der gesenkten Rechten das Schwert, in der erhobenen Linken die gleichgestellte Schalenwage haltend; in 3: auf grünem Berge ein natürlicher Tannenbaum, im rechten Oberwinkel von einem goldenen Stern begleitet. Auf dem Schilde ruht ein Turnierhelm, auf dessen goldener Krone ein offener, von Silber und Blau übers Eck getheilter Flug ruht. Die Helmdecken sind blau mit Silber unterlegt. –


Ende des achtundvierzigsten Bandes.