BLKÖ:Uruski, Severin Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 49 (1884), ab Seite: 149. (Quelle)
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Uruski, Severin Graf (Schriftsteller, geb. zu Lemberg am 1. Juni 1817). Ein Sohn des Grafen Cajetan Uruski (gest. 1827) aus dessen zweiter [150] Ehe mit Wanda Julie (geb. 1788), einer Tochter des Grafen Severin Potocki und der Anna geborenen Prinzessin Sapieha. Nach dem Tode des galizischen Landes-Silberunterkämmerers Grafen Cajetan vermälte sich dessen Witwe Wanda Julie am 26. November 1833 zum zweiten Male: mit Bernhard Grafen Caboga [Bd. II, S. 223]] k. k. Feldzeugmeister und General-Geniedirector zu Wien, der am 13. November 1855 starb. Graf Severin, welcher eine sorgfältige Erziehung erhielt, theils in seiner Heimat, theils im Auslande, wurde Adelsmarschall des Warschauer Gouvernements, dann kaiserlich russischer Kämmerer, Mitglied des Ständerathes im Königreiche und zuletzt kaiserlich russischer Staatsrath. Als die Bauernfrage in Rußland und Polen auf die Tagesordnung gelangte, trat er offen für die bedingungslose Freigebung des Landmannes auf, worüber sich eine heftige Polemik entspann, auf welche er zur Begründung seiner Ansicht mit der Schrift antwortete: „Polemika o kwestyi włościańskiej w r. 1856/1857“, d. i. Polemik in der Bauernfrage im Jahre 1856/57 (Warschau 1857, 8°.). Ueberdies schrieb er noch: „Sprawa włościańska, wyjatki z nowożytnych polskich ekonomistów“, d. i. Die Bauernfrage, Auszüge aus zeitgenössischen polnischen Nationalökonomen (ebd. 1858). Als bedeutender Grundbesitzer machte sich Graf Severin durch industrielle Unternehmungen um das Wohl Galiziens verdient. In Warschau aber errichtete er 1846 einen Bazar mit großen Gartenanlagen, und ein Stadtviertel daselbst führt nach ihm den Namen Séwerynow. Graf Severin vermälte sich am 24. November 1842 mit Hermance Marie (geb. 17. August 1824), einer Tochter des 1830 verstorbenen kaiserlich französischen Obersten Rudolph Grafen von Tiesenhaus, und erbte durch seine Gemalin einen großen Theil der Tiesenhaus’schen Stammgüter in Lithauen. Aus dieser Ehe stammen zwei Töchter: Marie (geb. 10. Juli 1853) und Severine (geb. 27. Mai 1860), welche Beide in polnische Magnatenfamilien heirateten [vergleiche die Stammtafel]. Der Graf, welcher abwechselnd in Warschau und Lemberg lebt, ist in Galizien, Russisch-Polen und Rußland begütert. In Galizien besitzt er die Güter Bilka, Gaja, Klodno und Wulki im Lemberger und Zolkiewer Kreise; in Russisch-Polen Milanow, Kopinna und Rudzieniec im Gouvernement Lublin, Poraz im Gouvernement Petrokow; in Rußland die Güter: Zoludek und Lipiczna im Gouvernement Wilna und Kamionka im Gouvernement Grodno. Der österreichische Grafenstand der Uruski datirt vom 17. Februar 1844, die Ausfertigung des Grafendiploms vom 13. December 1844.