BLKÖ:Vedres, Stephan

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Vécsey (Honvéd)
Band: 50 (1884), ab Seite: 59. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 102988045X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Vedres, Stephan|50|59|}}

Vedres, Stephan (Schriftsteller, geb. zu Szegedin am 22. September 1765, gest. zu St. Andreas am 4. November 1830). Nachdem er seine Studien in Pesth beendet hatte, erwählte er sich den Ingenieurdienst, und zwar im nächsten Hinblicke auf den Wasserbau, zum Lebensberufe und erhielt, in seine Vaterstadt heimgekehrt, eine Obergeometerstelle. Auf diesem Posten wirkte er, da ihm die Verhältnisse des Bodens, namentlich jene des Wassers in der Gegend, in welcher er lebte, Gelegenheit darboten, seine Kenntnisse in zweckentsprechender Weise zu verwerthen, in verdienstlichster Weise zum allgemeinen Besten. Im Jahre 1808 richtete er sein Augenmerk auf einen Szegedin gegenüber am linken Ufer der Theiß befindlichen über 3000 Joch umfassenden Sumpf und beabsichtigte, diese ganze Strecke auszutrocknen und für den Anbau zu gewinnen. Zu diesem Zwecke erbaute er ein sogenanntes Wasserhaus, und wenn dasselbe auch von den Theißfluthen der Jahre 1813 und 1816 weggerissen wurde, so hatte es doch seine guten Dienste geleistet und namentlich Szegedin vor den Verheerungen der Wassersnoth bewahrt. Vielleicht würde diese Stadt in der neuesten Zeit nicht so schwer heimgesucht worden sein, wenn man im Geiste Vedres’ in der Errichtung von Vorbeugungsarbeiten thätig geblieben wäre. Unseres Ingenieurs zweckmäßige Einrichtungen und sein ganzes Vorgehen in dem seiner Wirksamkeit unterstehenden Gebiete gewannen ihm ebenso das Vertrauen der Bevölkerung, wie die Würdigung der Aufsichtsbehörden; er wurde in Folge dessen zum Tafelrichter mehrerer Comitate ernannt, als Mitglied in mehrere landwirthschaftliche Vereine zunächst seiner eigenen Heimat, aber auch außerhalb derselben, so in jene von Wien und Brünn aufgenommen. Er wirkte in seinem Fache auch auf schriftstellerischem Gebiete und war, nebenbei bemerkt, ein nicht unbegabter Gelegenheitsdichter, als welcher er sich bereits, im Gegensatze zu dem bis dahin meist gebrauchten lateinischen Idiom, seiner Muttersprache bediente. Von seinen Schriften sind anzuführen: „A Tiszát a Dunával öszvekapcsoló uj hajókázható csatorna ...“ (Szegedin 1800, Urban Grünn, 8°.), wovon auch folgende deutsche Bearbeitung erschien: „Ueber einen neuen Schiffbaren Canal im Ungerland, mittelst dessen die Donau mit der Theiß am vortheilhaftesten verbunden werden kann. Uebersetzt von Nicolaus Stancovich“ (Szegedin 1803, Urban Grünn, 8°., mit einer Tafel); – „A magyar nyelvnek a magyar hazában váló szükséges voltát tárgyazó hazafiui elmélkedés“, d. i. Patriotische Betrachtungen über die Nothwendigkeit der ungarischen Sprache in Ungarn (Szegedin 1806); – „Egy nemzeti jószág melyet magyarország és a hozzá kapcsolt tartományok számára s javára szerzett“ (Szegedin 1807), davon auch die lateinische Ausgabe: „Dissertatio de fundo publico in [60] commodum Regni Hungariae et Provinciarum eidem adnexarum erigendo ex hungarico latine reddita et animadversionibus illustrata per Josephum Basilium Salamon“ (Szegedin 1809, Urb. Grünn, 8°); – „A nemzeti jószág szerzőjének Vedres Istvánnak a bankó-czédulák elenyésztethetésérül való vélekedése“, d. i. Abhandlung des Stephan Vedres, Verfassers der Schrift de fundo publico, über die Einlösung der Banknoten (Szegedin 1807); – „A Szegedi Muzsák százados ünnepe V. I. által“, d. i. Hundertjährige Feier der Szegediner Musen (Szegedin 1820); – „A magyar nemzeti lélekről egy két szó“, d. i. Ein paar Worte über den ungarischen Nationalgeist (Pesth 1823, Trattner, 8°.); – „A sivány homokság hasznádtatása. Szabad királyi Szeged városának javasolta“, d. i. Ueber die Benützung der verödeten Sandgründe ... (Szegedin 1825). Wir bemerkten schon, daß er gelegentlich auch seinen Pegasus sattelte und, wie seine Landsleute behaupten, nicht mit Ungeschick ritt; aber auch zu einem größeren dramatischen Werke ermannte er sich, welches er unter dem Titel herausgab: „A hazának szeretete avagy Nemes Szeged városának a törököktűl való visszavétele. Egy négy részből álló vitézi Játék“, d. i. Die Liebe zum Vaterlande oder die Einnahme der wohledlen Stadt Szegedin durch die Türken. Ein Heldenschauspiel in vier Abtheilungen (Szegedin 1805). In Betreff seiner zahlreichen besonders gedruckten Gelegenheitsgedichte verweisen wir auf die Quellen. Vedres, als Mensch ungemein achtenswerth, war noch ein Ungar von altem Schrot und Korn, welche Sorte längst auf dem Aussterbeetat steht. So trug er keinen anderen Rock als einen, der aus gutem in heimischen Fabriken erzeugten Tuche nach ungarischem Schnitte verfertigt, trank keinen anderen Wein, als solchen, dessen Rebe auf seinen heimischen Bergen gewachsen war. Streng religiös, gab er, ohne ostentativ zu sein, diesen seinen Gefühlen bei jeder Gelegenheit öffentlich Ausdruck.

Tudományos gyüjtemény, d. i. Wissenschaftliche Sammlung (Pesth, 8°.) 1830, Bd. XII, S. 126. – Regélő, d. i. Der Erzähler, 1834, S. 79 u. f. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.). Zweiter (den ersten ergänzender) Theil, S. 365.