BLKÖ:Veigl, Franz Xaver

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Veigl, Eva Maria
Nächster>>>
Veigl, Franz
Band: 50 (1884), ab Seite: 71. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 142380199, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Veigl, Franz Xaver|50|71|}}

Veigl, Franz Xaver (Missionär, geb. zu Gratz in Steiermark 1. December 1723, gest. zu Klagenfurt 19. April 1798). Nachdem er in Gratz die Humanitätsclassen beendet hatte, trat er 1738 zu St. Anna in Wien in den Orden der Gesellschaft Jesu. Nach abgelegtem Noviziat wurde er repetens humaniorum zu Leoben, hörte dann Logik zu Klagenfurt, Physik und Mathematik im Collegium zu Wien. Nun im Lehramte verwendet, trug er daselbst drei Jahre in den Grammaticalclassen, ein Jahr Dicht- und Redekunst im Profeßhause vor, worauf er in Wien die theologischen Studien beendete. Im September 1753 schickten ihn seine Oberen als Missionär nach Quito in Südamerika, wo er mehrere Jahre verweilte. Nach Europa zurückgekehrt, [72] wurde er 1771 Rector des Collegiums in Judenburg und zugleich Instructor patrum tertiae probationis. Als im Juli 1773 die Auflösung des Ordens erfolgte, zog er sich nach Klagenfurt ins Privatleben zurück, und er starb auch daselbst im Alter von 75 Jahren. Im Druck erschien von ihm: „Gründliche Nachrichten über die Verfassung der Landschaft Maynas in Südamerika bis zum Jahre 1768 nebst des P. Anselm Ekart’s Zusätzen zu Pedro Cudena’s Beschreibung der Länder von Brasilien“ (herausgegeben von Murr), mit 1 Karte und K. (Nürnberg 1798, Zech, gr. 8°.), früher in Murr’s „Journal“, Bd. XVI, S. 93–208, und Bd. XVII, S. 17–184; in Stöcklein’s „Briefen und Reisebeschreibungen, welche von den Missionären der Gesellschaft Jesu aus beiden Indien und anderen überm Meer gelegenen Ländern seit 1642 u. f. in Europa angelangt sind“, berichtet er im 38. Theile über seine auf den Reisen 1753 und 1755 gemachten Beobachtungen, dann über das fürchterliche zu Quito am 1. September 1755 stattgehabte Erdbeben und über den Stand der Missionen am Flusse Maragnon; schließlich gab er Filippo Salvatore Gillj’s: „Saggio di Storia Americana ossia storia naturale civile e sacra de’ Regni e delle provincie Spagnuole di Terra-Ferma nell’ America meridionale“ (Rom 1782) in drei Bänden heraus und übersetzte aus dem dritten Buche des dritten Bandes dieses Werkes die Nachricht von den Völkern am Orinokoflusse.

Jahresberichte des k. k. ersten Staatsgymnasiums zu Gratz für 1869, S. 79; für 1872, S. 20. – Stoeger (Joh. Nep.). Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, schm. 4°.) S. 377. – Winklern (Joh. Bapt. von). Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steiermark geboren sind u s. w. (Gratz 1810, 8°.) S. 244. – Meusel (Joh. Georg). Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen Schriftsteller (Leipzig 1815, 8°.) Bd. XIV, S. 232. – Annalen der Literatur und Kunst in dem österreichischen Kaiserthume (Wien, 4°.) 1809, Intelligenzblatt October, Sp. 173.