BLKÖ:Verebélyi, Sigismund von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Verebélyi, Joseph
Band: 50 (1884), ab Seite: 112. (Quelle)
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Verebélyi, Sigismund von (Major im Geniecorps und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. in Ungarn um 1768, gest. am 11. Juni 1791). Der Sproß einer ungarischen Adelsfamilie. Iván Nagy in seinem Adelswerke: „Magyarország családai“ Band XII, S. 146 und 147, führt zwei Adelsfamilien dieses Namens an; welcher von diesen in Rede stehender Major angehört, ist nicht ersichtlich. Sigmund erhielt seine militärische Ausbildung in der k. k. Genieakademie zu Wien. Erst 20 Jahre alt, zog er schon als Officier in den Türkenkrieg und zeichnete sich in demselben als Oberlieutenant bei der Belagerung von Dubicza aus. Als am 11. August 1788 die Circumvallationslinie angegriffen wurde, war er der Erste, welcher den Feind gewahrte, und indem er die unter dem Commando des Oberstlieutenants Grafen Kolowrat stehenden Truppen zur Ausdauer aneiferte, trug er auch zum siegreichen Erfolge dieses Tages bei. Ueberdies hatte er sich aus freien Stücken und mit einer Unerschrockenheit ohne Gleichen an den Belagerungsarbeiten, so gefährlich dieselben auch waren, betheiligt, so vor Dubicza gemeinschaftlich mit dem Geniehauptmann Thierry Freiherrn De Vaux, als dieser in der Nacht vom 20. auf den 21. April die erste Parallele vor Türkisch-Dubicza eröffnete, zwei fliegende Sappen persönlich aufgesetzt und diese Arbeit, ungeachtet des mörderischen Feuers der Belagerten glücklich vollendet. 1789 that er sich bei Berbir und Belgrad hervor, indem er die gefährlichen und schwierigen Terrainrecognoscirungen mit großer Umsicht und Unerschrockenheit ausführte. Neue Beweise seines Muthes und seltener Umsicht gab er unter den Augen seines Commandanten, des Genieobersten Johann d’Arnal, während der Belagerung Belgrads vom 23. Juni bis 10. Juli 1789. Noch im nämlichen Jahre rückte er zum Capitänlieutenant vor, und als nach beendigtem Türkenkriege am 21. December 1789 unter Vorsitz des Erzherzogs, nachmaligen Kaisers Franz II. die neunzehnte Promotion abgehalten wurde, erhielt unter Anderen auch Verebélyi das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Im schönsten Alter von erst 23 Jahren brach dieses junge vielversprechende Leben zusammen.

Hirtenfeld (J.). Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 276 und 1733.