BLKÖ:Wächter, Johann Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 52 (1885), ab Seite: 60. (Quelle)
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3. Johann Michael (geb. zu Rappersdorf in Niederösterreich am 2. März 1794, gest. in Dresden 26. Mai 1853). Ein Sohn bemittelter Landleute, bezog er, um die Rechte zu studiren, 1816 die Universität Wien, aber seine schöne Baßstimme, auf die er von Kennern aufmerksam gemacht wurde, veranlaßte ihn, die wissenschaftliche Laufbahn aufzugeben und die des Künstlers einzuschlagen. Er bildete sich nun in Wien im Gesange aus. und schon 1819 erhielt er sein erstes Engagement in Gratz, von wo er zeitweise einen und den anderen Kunstausflug unternahm und so immer bekannter ward. Von Gratz ging er 1821 nach Pesth und von da in kurzer Zeit nach Wien, wo er zuerst im Theater an der Wien und 1824 an der k. k. Hofoper Anstellung fand. 1825 nahm er einen Antrag im Königsstädter Theater zu Berlin an, 1827 folgte er einem Rufe an die königliche Hofoper in Dresden, wo es gelang, ihn bleibend [61] an dieselbe zu fesseln. 1852 wurde er nach 25jähriger Dienstzeit zum königlich sächsischen Kammersänger ernannt, welche Auszeichnung er jedoch nicht lange genoß, da er schon im folgenden Jahre starb. Sein Wirkungskreis umfaßte das ganze Gebiet erster Baßpartien. – Des Vorigen Gattin Therese (geb. in Wien am 31., nach Anderen schon 18. August 1802), eine geborene Wittmann, erhielt eine auf die Förderung ihres nicht gewöhnlichen Talentes für Musik, besonders Gesang, abzielende Erziehung, betrat 1820, achtzehn Jahre alt, die Bühne und wirkte auf derselben als Sopransängerin mit bestem Erfolge. 1824 vermälte sie sich mit Wächter wurde 1827 mit ihm gleichzeitig an der Dresdener Hofoper engagirt, verließ aber bald nachher gänzlich die Bühne, um ausschließlich ihren häuslichen Pflichten zu leben. Therese besaß eine nicht starke, aber liebliche, ungemein sympathische Stimme, einen neckisch graziösen Vortrag und ein lebhaftes frisches Spiel, welche Eigenschaften sie für Soubretten besonders befähigten und in welchen sie auch Treffliches leistete. – Die Tochter Beider, Julie (geb. in Wien 1825), wurde von den Eltern gleichfalls für die Bühne erzogen und betrat dieselbe im Sommer 1842 zuerst in Leipzig, dann in Weimar. Ueber ihre späteren Erfolge fehlen alle Nachrichten. [Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Für Künstler, Kunstfreunde und alle Gebildeten. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Offenbach 1861, Joh. André, gr. 8°.) Bd. III, S. 832. Anhang S. 347 berichtigt die bisherige Angabe des Geburtsjahres 1796 auf 1794. – Schilling (G. Dr.). Das musicalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) Seite 349. – Gaßner (F. S. Dr.). Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, schm. 4°.) S. 876. – Allgemeines Theater-Lexikon... Herausgegeben von K. Herloßsohn, H. Marggraff u. A. (Altenburg und Leipzig o. J. [1846], Expedition des Theater-Lexikons, kl. 8°.). Neue Ausgabe, Bd. VII, S. 181, Nr. 2 und Nachträge S. 323.] –