BLKÖ:Württemberg, Alexander Paul Ludwig Herzog

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 58 (1889), ab Seite: 246. (Quelle)
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Württemberg, Alexander Paul Ludwig Herzog (k. k. General der Cavallerie, geb. 9. September 1804, gest. in Tüffer 4. Juli 1885), ein Sohn des Herzogs Ludwig Friedrich Alexander aus dessen zweiter Ehe mit Henriette geborenen Prinzessin von Nassau-Weilburg und Stiefbruder des Herzogs Adam Karl Wilhelm. Nachdem er kurze Zeit in der württembergischen Armee gedient hatte, trat er, noch sehr jung, in österreichische Dienste, in welchen er, in rascher Folge vorrückend, schon 1833 – also erst 31 Jahre alt – Oberst im 2. Huszaren-Regimente und 1845 Generalmajor und Brigadier in Gratz wurde. Im Bewegungsjahre 1848 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, erhielt er das Commando einer Cavallerie-Division und nahm an den Kämpfen der nächsten Jahre rühmlichen Antheil, auch wirkte er unter Radetzky in Italien als Generalstabs Officier. Seine letzten Dienste als activer General leistete er im italienischen Feldzuge 1859, in welchem er das 16. Armee-Corps befehligte. Schon 1850 wurde er vom Kaiser zum Inhaber des 11. Huszaren-Regimentes ernannt, das [247] bis zu seinem Tode, durch 35 Jahre, seinen Namen führte. 1860 vom Monarchen durch das Großkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet, trat er bald darauf mit dem Charakter eines Generals der Cavallerie in den Ruhestand über, den er zuerst in Wien, seit 1868 in Gratz verlebte. In der zweiten Hälfte des Monats Juni 1885 verfügte er sich in das beliebte steierische Bad Tüffer, dort raffte ihn bald darauf im Alter von 81 Jahren der Tod dahin. Herzog Alexander war (seit 2. Mai 1835) mit Claudine geborenen Gräfin Rhédey vermält, welche bei ihrer Hochzeit zu einer Gräfin Hohenstein ernannt wurde, aber schon am 1. October 1841 starb. Dieser Ehe entstammen ein Sohn und zwei Töchter, welche später den altwürttembergischen Titel Fürsten von Teck und mit ihm das Prädicat Durchlaucht erhielten. Der Sohn Franz Paul Carl, Herzog von Teck (geb. 27. August 1837) ist seit 12. Juni 1866 mit Mary Adelaide, königlichen Prinzessin von Großbritannien und Irland, einer Tochter des Prinzen Adolf Herzogs von Cambridge, vermält und somit ein Cousin der Königin Victoria von Großbritannien und Irland; die Töchter sind Claudine Fürstin von Teck (geb. 11. Februar 1836) und Amalie Fürstin von Teck (geb. 12. November 1838), vermält (seit 24. October 1863) mit Paul Grafen von Hügel. In einem dem Herzog Alexander gewidmeten Nachruf heißt es: „Mit ihm verschwindet ein Typus aus der Gesellschaft: der des vormärzlichen liebenswürdigen und doch schneidigen Cavallerie-Generals. Die beiden letzten Vertreter desselben waren gleichzeitig die intimsten Freunde; so oft Herzog Alexander in Wien war, erschien er fast immer an der Seite des Grafen Nicolaus Török von Szendrő [Bd. XLV, S. 265], des nachmaligen Gatten der k. k. Hofschauspielerin Johanna Buska [Bd. XLV, S. 262]. Die kräftige untersetzte Gestalt, das wettergebräunte, mit einem mächtigen bis in die letzten Tage ewig schwarzen Schnurrbart gezierte Gesicht. Schwerlich werden sich noch seinesgleichen finden, und es ist eigentlich schade darum; denn bei allen Mängeln, die den Männern dieses Schlages anhafteten, hatten sie einen seltenen Vorzug: sie fühlten sich nicht bloß als Cavaliere und Gentlemen, sie waren es auch mit Leib und Seele.“

Hirtenfeld (J.). Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) IV. Jahrg. (1853), S. 292. – Neue Freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1885, Nr. 7493, S. 6a. – Allgemeine Zeitung (München, 4°.), 8. Juli 1885, Nr. 187, S. 2740.
Porträt. Trefflicher Holzschnitt (nach F. Weiß?) in der „Neuen illustrirten Zeitung“ (Wien, Zamarski, Fol.) 12. Juli 1885, Nr. 42. S. 667.