BLKÖ:Wagner, Johann (Journalist)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wagner, Ignaz
Band: 52 (1885), ab Seite: 98. (Quelle)
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19. Wagner, Johann (Journalist, geb. 1826, gest. in Wien am 31. Mai 1876). Ueber diesen in der Wiener Journalistik wohlbekannten und auch seinerzeit vielgenannten Journalisten liegen nur spärliche Nachrichten vor. Wegen seines langen Wuchses und zum Unterschiede von den zahlreichen anderen Trägern dieses Namens nannte man ihn den „langen Wagner“. Wie er unter die Journalisten gekommen, ist nicht bekannt, wohl aber wann, da er 1871 sowohl die Vollendung seines fünfzigsten Lebensjahres, als sein 25jähriges Jubiläum als Wiener Journalist feierte, wonach er also 1846 Journalist wurde. Seine schriftstellerische Thätigkeit ist eine praktische und eine schöngeistige. In erstere fallen seine in der „Morgenpost“, später in der „Vorstadt-Zeitung“ erschienenen volkswirthschaftlichen Artikel, welche zu ihrer Zeit einiges Aufsehen erregten. Hinsichtlich dieses Umstandes bemerkt Jemand, der ihn kannte: „national-ökonomische Aufsätze für verbreitete Blätter geschrieben zu haben und dabei ein armer Teufel geblieben zu sein, beweist, daß er ein ehrlicher (heute nennt man’s „dummer“) Kerl war“. Auf schöngeistigem Gebiete wird er als Verfasser verschiedener Volksromane bezeichnet, nach deren Titeln wir vergebens suchten, wahrscheinlich haben diese Werke in den Feuilletons der „Morgenpost“ und „Vorstadt-Zeitung“ eine Unterkunft gefunden; aber auch als lyrischer Poet tritt er im Jahre 1848 auf, in welchem er im „Wanderer“ Nr. 83 und 84 zwei Gedichte: „Die Werbung“ und „Gardelied“ drucken ließ. Uebrigens muß er auf diesem Felde eine größere Wirksamkeit entfaltet haben, da von ihm anläßlich seines 25jährigen Jubiläums ausdrücklich bemerkt wird, „daß die zahlreichen Gesangvereine sich diese Gelegenheit wohl nicht werden entgehen lassen, dem verdienstvollen Jubilar, dem sie manch kräftiges deutsches Lied, darunter sein populär gewordenes „Ermanne dich, Deutschland“, verdanken, eine würdige Ovation darzubringen. Auch als dramatischer Schriftsteller hat er sich versucht, aber mit wenig Glück. Am 1. Juni 1851 gab man in der Hernalser Arena eine dreiactige Posse, „Nur stark“, die er gemeinschaftlich mit einem K. Allram geschrieben hatte. Ende April 1852 brachte das Josephstädter Theater eine von ihm allein verfaßte Posse: „Wem gehört der Frack?“, welche durchfiel. Wagner war viele Jahre Mitarbeiter der „Morgenpost“, dann der „Vorstadt-Zeitung“; er soll später selbst eine Wochenschrift herausgegeben haben, deren Titel wir aber auch nicht erforschen konnten.

Neues Wiener Tagblatt, 1871, Nr. 105 und 109: „Schriftstellerjubiläum“. – Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1. Juni 1876: in den „Personalnachrichten“.