BLKÖ:Wasserberg, Leopold Adam von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wasserburger, Lina
Band: 53 (1886), ab Seite: 139. (Quelle)
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Wasserberg, Leopold Adam von (Secretär an der k. k. Wiener Akademie der bildenden Künste, geb. in Wien im Jahre 1706, gest. ebenda am 9. December 1773). Nachdem er seine Studien in Wien zurückgelegt hatte trat er in den Staatsdienst und wurde Archivarius bei der k. k. Hofkammer. Als 1739 Joseph Widtmaisser von Weitenau, der bisherige Secretär der Akademie der bildenden Künste in Wien, gestorben, erhielt Wasserberg diesen Posten und übernahm ihn auch 1740. Er diente an der Akademie bis 1772, in welchem Jahre er im November um Versetzung in den Ruhestand bat, welcher ihm auch in Rücksicht seiner durch 33 Jahre „löblich geleisteten Dienste“ und „zunehmenden hohen Alters mit lebenslänglichem Genuß seines ganzen bisher bezogenen Gehaltes“ mit ah. Decret ddo. 3. December d. J. gewährt wurde. Aber nicht lange mehr genoß Wasserberg denselben, denn schon in den ersten Tagen des December 1773 raffte ihn im Alter von 67 Jahren der Tod dahin. Wie unsere unten angegebene Quelle berichtet, ist Wasserberg eine für die Geschichte der Kunstforschung in Wien bedeutsame Persönlichkeit. Er übte auf das wechselnde Rectorat nach van Schuppens Tode und auf das Directorat unter Meytens einigen Einfluß und leitete die Geschäfte des Institutes mit anerkennenswerther Umsicht. Wasserberg ist einer der ersten Localkunstgeschichtsforscher; er ordnete nämlich im Jahre 1745 das Archiv der Akademie und legte zwei Gedenkbücher an, für welche er das Material aus den Schülerprotokollen des van Schuppen und anderen Quellen herbeizog, nämlich das „Matrikelbuch der Akademieangehörigen“ und das „Schülerprotokoll der Akademie“. Auf Grundlage dieses Materials gab dann Weinkopf seine „Beschreibung der k. k. Akademie“ heraus, welche er allerdings noch durch Zusätze vermehrte. Kábdebo trug sich mit dem Gedanken, dieses Matrikelbuch Wasserberg’s in seiner Weiterführung von Weinkopf und Füßli durch den Druck zu veröffentlichen, aber der frühe Tod dieses ungemein strebsamen und vielversprechenden jungen Kunstgelehrten vereitelte dieses Vorhaben, wie noch andere nicht minder für Oesterreichs Kunstgeschichte wichtige Pläne desselben.

Oesterreichische Kunst-Chronik. Herausgegeben von Dr. Heinrich Kábdebo (Wien, 4°.) Bd. II (1879), S. 46: „Kunstforschung“; S. 101 und 102 im Artikel: „Der Medailleur Matthäus Donner“.