BLKÖ:Weiß, Karl Franz Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Weiß, Laurenz
Band: 54 (1886), ab Seite: 135. (Quelle)
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Weiß, Karl Franz Joseph (Schriftsteller, geb. zu Klattau am 25., nach Anderen 26. September 1846). Als Sohn eines österreichischen Cavallerieofficiers für die Laufbahn des Vaters bestimmt, trat er mit eilf Jahren in das zu Eisenstadt in Ungarn befindliche Cadeteninstitut ein. Aus demselben ging er zur weiteren militärischen Ausbildung 1862 in die Wiener-Neustädter Akademie, aus welcher er am 9. Mai 1866 als Lieutenant minderer Gebühr zu Coronini-Infanterie Nr. 6 eingetheilt wurde. Mit seinem Regimente machte er den Feldzug 1866 in Italien mit und rückte Ende Juni dieses Jahres zum Lieutenant höherer Gebühr vor. Nach dem Friedensschlusse kam er mit seinem Regimente nach Temesvár in Ungarn und wurde Adjutant. Aber nicht lange mehr blieb er Officier. Im Jahre 1869 trat er am 1. November in den Ruhestand und schon am 25. December ganz aus dem Verbande der kaiserlichen Armee, worauf er sich unbehindert vermälte. Zunächst nahm er eine Stelle als provisorischer Lehrer an der deutschen Realschule in Temesvár an, in welcher Eigenschaft er durch sechs Jahre verblieb, in seinen Mußestunden besonders mit dem Studium der deutschen Literaturgeschichte und der ungarischen Sprache beschäftigt. 1877 legte er in Pesth sein Staatsexamen ab und wurde noch im September desselben Jahres ordentlicher Professor an der Staatsoberrealschule zu Déva in Siebenbürgen. Nach siebenjährigem Wirken daselbst kam er 1884 in gleicher Eigenschaft an die Oberrealschule zu Stuhlweißenburg, an welcher er noch zur Zeit sich befindet. Als Schriftsteller war er unter dem Pseudonym Karl Schrattenthal thätig, und sind von ihm bisher erschienen: „Gedichte“ (1871); – „In Krieg und Frieden. Geschichten aus dem Soldatenleben“ 2 Theile (1878); – „Die Pflegerinen der national-germanischen Göttersage“ (1882); – „Frauen auf dem Parnass“ (1883); – „Deutsche Dichterinen und Schriftstellerinen in Böhmen. Mähren und Schlesien“, welche literarhistorisch-biographischen Skizzen zuerst in den Jahrgängen 1884 und 1885 des von Wilhelm Nessel herausgegebenen Unterhaltungsblattes „Reichenberger Familienfreund“ erschienen sind. Auch hat Weiß wiederholt poetische Arbeiten von Damen, und zwar [136] Gedichte von Katharina Koch (1883): und Gedichte von Henriette Köhler herausgegeben.

Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1884. Herausgegeben von Jos. Kürschner (Berlin und Stuttgart, W. Spemann, 32°.) VI. Jahrg., S. 284.