BLKÖ:Weiß, Philipp Edler von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Weis, Nicolaus
Band: 54 (1886), ab Seite: 139. (Quelle)
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Weiß, Philipp Edler von (k. k. Generalmajor, geb. zu Köln am Rhein 3. August 1795, gest. zu Prag 11. April 1850). Der Sohn eines kaiserlichen Hofrathes, erhielt er im Elternhause seine erste Erziehung. Sechzehn Jahre alt, trat er, seiner Neigung folgend, als Cadet in das Kürassier-Regiment Kronprinz Ferdinand, in welchem er, von Charge zu Charge vorrückend, zuletzt Oberst wurde. Noch als Subalternofficier kämpfte er in den Feldzügen 1813, 1814 und 18153. Von 1817 bis 1822 dem Generalquartiermeisterstabe in Wien zugetheilt, arbeitete er theils in der Zeichnungskanzlei, theils im Präsidialbureau. Während des großen Lagers bei Pesth 1821 versah er den Adjutantenposten bei dem Chef des Generalquartiermeisterstabes Feldmarschall-Lieutenant Baron Prochaska. Als das ereignißreiche Jahr 1848 herankam, diente er als Oberst an der Spitze seines Kürassier-Regiments, damals Mengen-Kürassiere, welches bei den oft verhängnißvollen Wendungen der politischen Verhältnisse in unentwegter Treue und strammer Disciplin zu seinem Kaiser stand. Am 7. October 1848 begleitete es denselben von Schönbrunn nach Olmütz, bei welcher Gelegenheit es den Namen Kaiser Ferdinand erhielt. Später rückte es nach Ungarn ins Feld, und im fünften Armeebulletin des Feldzeugmeisters Haynau vom 11. Juli 1849 heißt es wörtlich:. „Unsere braven Kürassiere, ganz besonders das Regiment Kaiser Ferdinand-Kürassiere, warfen sich mit solcher Gewalt auf den Feind, daß derselbe vollkommen auseinandergesprengt wurde und mehrere hundert Todte und Verwundete auf dem Platze ließ.“ Bei dieser glänzenden Affaire ward dem Obersten Weiß ein Pferd unter dem Leibe getödtet. Bald darauf rückte er zum Generalmajor vor und erhielt seine Bestimmung nach Böhmen als Cavalleriebrigadier im 3. Armeecorps. Obwohl bereits mit dem ungarischen Lagerfieber behaftet, übernahm er allen Vorstellungen der Aerzte, allen Bitten seiner Familie entgegen, sein Commando, führte es, so krank und hinfällig er war, während des strengen Winters, ohne sich zu schonen, bis endlich die Krankheit einen entzündlichen Charakter annahm und ihn auf das Lager streckte, von dem er sich nicht wieder erheben sollte. Nach 37jähriger [140] Dienstzeit erlag er im Alter von 55 Jahren seinem Leiden. Der General war seit 20. December 1837 mit Maria Gräfin Pongrácz von Miklós vermält.

Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) 1850, S. 344.