BLKÖ:Wiedemann von Warnhelm, Adelsfamilie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 4. (Quelle)
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5. Die Wiedemann von Warnhelm, eine Adelsfamilie der Gegenwart, blühen in zwei Linien, der älteren Wiedemann Edle von Warnhelm und der jüngeren: Wiedemann Ritter von Warnhelm. Chef der ersteren war 1878 Karl Wiedemann (geb. 5. October 1805), der in der kaiserlichen Armee zuletzt als Generalmajor diente, 1878 noch am Leben war, mittlerweile aber schon verstorben ist, da er in den Militär-Schematismen nicht mehr aufgeführt erscheint. Er wurde zu Beginn der Vierziger-Jahre zum Capitän-Lieutenant im 56. Infanterie-Regimente, 1852 zum Major befördert und als solcher mit Diplom ddo. 23. November 1852 in den erblichen Adelstand mit dem Prädicate von Warnhelm und dem Ehrenworte Edler von erhoben. Er vermälte sich zweimal: a) mit Anna geborenen Gußner von Komorna (geb. 1812, gest. 1863); b) im September 1872 mit Karoline geborenen Werner (geb. 1. November 1838). Nur aus erster Ehe sind Kinder vorhanden: Ernestine (geb. 27. Juli 1839), vermält im April 1871 mit Ludwig Edlen von Kleiner, k. k. Hauptmann; Karl (geb. 1. August 1841), derselbe diente gleichfalls im kaiserlichen Heere, und zwar 1878 als Rittmeister im Uhlanen-Regimente Nr. 11, erscheint aber auch nicht mehr in den Reihen der activen Armee, und Heinrich (geb. im März 1848, gest. im August 1873), Gutsbesitzer in Siebenbürgen, vermält mit Agnes von Szeles. – Chef der jüngeren Linie ist Ernst Wiedemann Ritter von Warnhelm. Bruder des obigen Karl. Er diente gleich diesem in der kaiserlichen Armee, wurde 1843 Oberlieutenant bei Fürstenwärther-Infanterie Nr. 56 und erhielt für sein ausgezeichnetes Verhalten in den Feldzügen 1848 und 1849 in Ungarn und Italien das Militär-Verdienstkreuz; er kämpfte im Feldzuge 1859 bei Georg Prinz von Sachsen-Infanterie Nr. 11 als Oberstlieutenant in Italien, und zwar mit großer Bravour im Treffen bei Melegnano (8. Juni 1859). Das Regiment war im 8. Armeecorps unter Befehl des Feldmarschall-Lieutenants Ritter von Benedek eingetheilt. Oberstlieutenant Wiedemann leitete im genannten Treffen im Centrum die Vertheidigung in erster Linie; persönlich führte er die Compagnien seines Bataillons, begeistert dessen Fahne vortragend, den anstürmenden Franzosen mit dem Bajonnete entgegen, bis er, im dichtesten Handgemenge durch zwei Bajonnetstiche kampfunfähig gemacht, in Gefangenschaft gerieth. Für seine Waffenthat wurde er mit dem Orden der eisernen Krone dritter Classe ausgezeichnet. Auch er erscheint nicht mehr im Schematismus der k. k. österreichischen [5] Armee. –