BLKÖ:Wildenstein, Johann Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 149. (Quelle)
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9. Johann Joseph (geb. 12. Februar 1668, nach Anderen schon 1662, gest. 6. März 1747), ein Sohn des Grafen Johann Franz aus dessen dritter Ehe mit Maria Clara Freiin von Gloyach, wurde 1698 innerösterreichischer, 1704 kaiserlicher geheimer Rath, am 26. November 1715 Nachfolger des Johann Caspar Grafen Cobenzl in der Stelle des Landeshauptmanns in Görz, in welche ihn der Laibacher Bischof Franz Karl von Kaunitz [Bd. XI, S. 64, Nr. 7] und der damalige Statthalter Leopold Adam Graf Strassoldo einführten. Mit welcher Umsicht er seine Würde bekleidete, und wie er sich in derselben allgemeiner Beliebtheit erfreute, bezeugt sein Zeitgenosse, der Geschichtsschreiber der Grafschaft Görz Carlo Morelli di Schönfeld, der über Johann Joseph schreibt: „„benchè questo capitano fosse forestiere, considerò egli Gorizia come sua patria, ed i Goriziani riguardavamo come loro concittadino. All’ inalterabile sua fermezza nel sostenere il suo incarico univa maniere così umane, che non si ravvisava ne’ suoi più forti risentimenti che la necessità ed il publico ordine, che li dettavano“. Nachdem er sechs Jahre sein Amt verwaltet hatte, bat er im November 1721 den Kaiser um seine Enthebung, welche ihm auch in Gnaden gewährt wurde. Nun erfolgte seine Ernennung zum Beisitzer des geheimen Rathes in Gratz. Als dann sein Nachfolger in der Landeshauptmannschaft von Görz, Franz Anton Graf Lantieri, am 28. Jänner 1729 mit Tode abging, berief ihn der Kaiser zum zweiten Male auf diese Stelle, welche er dann bis Februar 1732 behielt. Dem Grafen Johann Joseph wurde im Juli 1718 zugleich mit den Söhnen seines Bruders Franz Christoph das nach dem Abgange der Eggenberg erledigte Oberst-Erbkämmereramt in Steiermark verliehen. Graf Johann Joseph ist der Erbauer des ansehnlichen Hauses in Gratz, welches zur Zeit als allgemeines Krankenhaus in Verwendung steht. 1695 vermälte er sich mit Maria Juliana Freiin Zöllner, Witwe Michael Weikards Grafen Vetter von der Lilie, welche ihm die von diesem ererbten Herrschaften Windisch-Feistritz und Tüffer in Untersteier zubrachte, und wurde mit ihr der Stifter der jüngeren oder Wildbacher Linie der Grafen Wildenstein, welche gleich der älteren in der dritten Generation, und zwar mit Cajetan [siehe diesen S. 145] erlosch. Von den aus dieser Ehe entsprossenen acht Kindern wurden die Töchter meist Nonnen, von den Söhnen pflanzte Johann Max Probus diese jüngere Linie fort. [Morelli di Schönfeld (Carlo). Istoria della Contea di Gorizia (Gorizia 1855, Paternolli, br. 8°.), Vol. III, p. 58 und 59.] –