BLKÖ:Willroider, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Willroider, Ludwig
Band: 56 (1888), ab Seite: 198. (Quelle)
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Willroider, Joseph (Landschaftsmaler, geb. zu Villach 1838). Anfänglich im Tischlerhandwerk thätig, ging er, da er Talent und Neigung zur Kunst besaß, 1860 nach München, wo er sich der Malerei widmete, ohne jedoch einen bestimmten Lehrer zu haben. Sodann durchwanderte er als Autodidakt auf Studienreisen Bayern und das Salzkammergut und dehnte später seine Ausflüge bis nach Holland aus, wo die Landschaftsmalerei, durch Meer und Himmel begünstigt, stets in hoher Blüte stand. So hatte sich der Künstler durch tüchtiges Studium der Natur selbst gebildet und allmälig Werke geschaffen, welche tiefes Verständniß seiner Lehrmeisterin bekunden und durch malerische Composition und gesunde Farbe nie ihre Wirkung verfehlen. In den Jahren 1863 und 1864 beschickte er fleißig die Ausstellungen des Münchener Kunstvereines, meistens Motive aus dem Walde bringend, technisch tadellos gemalt, im Baumschlag trefflich, aber durch die beständige Variation desselben Themas eintönig wirkend. In den letzten Jahren hat er in Düsseldorf seinen bleibenden Aufenthalt genommen. Von seinen Bildern nennen wir: „Waldlandschaft am Ossiacher See in Kärnthen“; – „Waldinneres“; – „Partie aus Oberbayern“; – „Mehrere Landschaften mit Motiven aus seinem Vaterlande Kärnthen“; – „Gang nach Emaus“, eine historische Landschaft. In dem von Albert Träger herausgegebenen Album „Deutsche Kunst in Bild und Lied“ finden wir von Willroider 1866 eine ungemein ansprechende Landschaft „Nach dem Gewitter“; 1868: „Partie bei Rosenheim“, der Künstler lebte in dem genannten Jahre noch in München; 1870: „Motiv aus Oberbayern“, in welchem Jahre er bereits in Düsseldorf weilt; die internationale Kunstausstellung im königlichen Glaspalaste zu München 1879 beschickte er aus Düsseldorf mit einer „Landschaft aus Kärnthen“. Auch weiß der Künstler mit der Radirnadel umzugehen, wie dies folgende Blätter darthun: „Landschaft“, im zweiten Bande des „Albums der Gesellschaft [199] für vervielfältigende Kunst in Wien“; – „Heranziehendes Gewitter“; – „Waldlandschaft“; – „Weg ins Dorf“; – „Am Mühlteich“, je ein Blatt der vier letztgenannten in den vier Heften der „Originalradirungen Düsseldorfer Künstler“; – dann „Defregger’s Geburtshaus“ und „Bauernhaus“, beide Platten auf der internationalen Specialausstellung der graphischen Künste in Wien, zu je 300 fl. verkäuflich. Von Willroider’s Schülern ist uns ein jüngerer Bruder, Ludwig [siehe den Folgenden] bekannt.

Müller (Hermann Alex. Dr.). Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesammtgebiete der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke (Leipzig 1882, Bibliogr. Institut, br. 8°.) S. 560.