BLKÖ:Wimmer, Joseph Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wimmer, Cölestin
Band: 56 (1888), ab Seite: 226. (Quelle)
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Wimmer, Joseph Eduard (Tonkünstler, geb. zu Wien 1820). Aus einer Wiener Bürgerfamilie. Die Mutter besaß in den Vierziger-Jahren ein Bäckergeschäft in der Grünangergasse in Wien. Er zeigte früh großes Musiktalent, welches von gediegenen Meistern, wie Gänsbacher und Sechter, ausgebildet wurde. Bereits 1836, also im Alter von erst 16 Jahren, Capellmeister am Ofener Theater, in gleicher Eigenschaft 1837 zu Fünfkirchen in Ungarn, besaß er schon 1842 den Ruf eines tüchtigen Organisten. Im letztgenannten Jahre ward er Lehrer der Tonkunst an der städtischen Schule in Fünfkirchen. Als Componist war er für Kirche und Bühne thätig, ob aber von seinen Compositionen etwas im Stich erschienen, wissen wir nicht. Aber nicht minder wirkte er auch als Theoretiker auf musicalischem Gebiete und hielt in der sechsten Versammlung der ungarischen Naturforscher, welche 1846 in Fünfkirchen tagte, einen Vortrag: „Zur Theorie des Echos“, der dann in der August Schmidt’schen „Wiener allgemeinen Musik-Zeitung“ 1846, Nr. 114 und 115 zum Abdruck gelangte. Doch schon früher hatte er in der genannten Zeitung einige Musikartikel veröffentlicht, so: „Ueber die Stimmung der Blasinstrumente“ (1843); – „Ueber Intonation der Metallinstrumente“ (ebd.), auch erörterte er schon damals einen später zur Tagesfrage erhobenen, nicht unwichtigen Gegenstand im nämlichen Blatte in dem Artikel: „Ueber Sicherung des Eigenthumsrechtes der Kirchencomponisten“. Was nun seine Compositionen betrifft, so hat er über Aufforderung des Bischofs von Fünfkirchen für den dortigen Dom componirt: „Introitus“, „Graduale“, „Offertorium“ und „Communion für vier Singstimmen ohne Begleitung“. Auch trug er sich um die Mitte der Vierziger-Jahre mit der Composition einer großen Oper „Bianca della Porta“, wovon nach Mittheilung meines Freundes Dr. Aug. Schmidt die ersten zwei Acte bereits vollendet waren,“ und welche er in Wien zur [227] Aufführung zu bringen suchte, was ihm jedoch kaum gelungen sein dürfte, da alle Notizen über eine solche fehlen. Die musikalischen Lexika wissen nichts von ihm zu berichten; nur die unten benannte Quelle gibt über ihn eine kurze, seine Tüchtigkeit als Organist würdigende Notiz und bemerkt dabei, daß er mehrere Kirchen- und Theatercompositionen geschrieben habe.

Schmidt (Aug. Dr.). Wiener Musik-Zeitung (4°.) 1842, Nr. 22; 1846, S. 457.