BLKÖ:Winckelhofer, Augustin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 263. (Quelle)
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Winckelhofer, Augustin (Archäolog und Kartograph, geb. zu Hallwang bei Salzburg am 6. Juli 1771, gest. zu St. Michael im Lungau am 8. Jänner 1832). Der Sohn eines Meßners, wendete er sich den theologischen Studien zu, welche er in Salzburg beendete, wo er auch am 14. Juni 1794 zum Priester geweiht wurde. Nun in der Seelsorge verwendet, war er 1795 Coadjutor in Attendorf, 1797 in Hallwang, 1798 in Wagrein, 1805 an der Dompfarre in Salzburg, wurde im letztgenannten Jahre Vicar in Kappl, dann in Tengling, 1812 Pfarrer zu Altenhofen im Hausruckviertel und 1816 zu Michael im Lungau, wo er im Alter von 61 Jahren starb. An den Orten, wo er seine priesterliche Thätigkeit ausübte, widmete er sich mit allem Eifer auch dem Schuldienste, nebenbei aber trieb er historische und archäologische Studien und bildete sich ganz allein durch fleißiges Studium, Nachahmung und ununterbrochene Uebung im Zeichnen von Landkarten, worin er es mit der Zeit zu nicht geringer Fertigkeit brachte. Von seinen kartographischen Arbeiten, die bei den damaligen Verhältnissen mit einer Ausnahme ungestochen und ungedruckt blieben, sind zu nennen: die Karte des Kurfürstenthums Salzburg, 1805 in Nürnberg gedruckt; eine Kirchenkarte von nahezu sämmtlichen deutschen Bisthümern, welche im königlich bayrischen Reichsarchiv zu München sich befinden soll; dann eine Karte des alten Salzburggaues, in welcher alle Orte eingetragen sind, die bis zum Jahre 1200 in Urkunden erwähnt werden. Außerdem beschäftigte sich Winckelhofer auch mit schriftstellerischen sein Vaterland betreffenden Arbeiten, und sind von ihm erschienen: „Hierarchische Verfassung von Salzburg und Berchtesgaden. Historisch dargestellt“ (Salzburg 1810), besonders abgedruckt aus Koch-Sternfeld’s Werke: „Salzburg und Berchtesgaden“; – „Der Salzachkreis, geographisch, historisch und statistisch beschrieben“ (Salzburg 1813, 8°.); – „Historische Darstellung einiger Kirchengründungen und Priesterfundirungen in Salzburg, Steiermark und Kärnthen, vorzüglich im Mittelalter“ (1828). Zahlreiche Beiträge lieferte er für das „Salzburger Intelligenzblatt“, für die „Carinthia“, für die Ersch und Gruber’sche „Encyklopädie“, für die „Zeitschrift für Bayern“, in welch letzterer im Juni- und Juli-Heft 1817 seine Abhandlung über das Attergau und die daraus entstandene Herrschaft Attersee abgedruckt ist. Als Pfarrer zu St. Michael im Lungau entdeckte er in den Zwanziger-Jahren des laufenden Jahrhunderts zu St. Martin, einer Filiale von St. Michael, verschiedene norische Alterthümer, über welche er eine ausführliche Darstellung verfaßte, die in Benedict [264] Pillwein’s „Biographischen Schilderungen u. s. w.“ (Salzburg 1821) im Anhange, S. 343–356 abgedruckt steht. Während er an einer Geschichte des Lungaus arbeitete, überraschte ihn der Tod, doch befindet sich das Manuscript im Pfarrarchive zu St. Michael. Im Jahre 1815 hatte ihn die königlich bayrische Akademie der Wissenschaften zum correspondirenden Mitgliede erwählt.

Zeitschrift des Salzburger Lehrervereines, VIII. Jahrg. 1878, Nr. 6, S. 63 in den „Biographien salzburgischer Schulmänner“. Von H. F. Wagner. – Pillwein (Benedict). Biographische Schilderungen oder Lexikon salzburgischer theils verstorbener, theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten (Salzburg 1821, Mayr’sche Buchhandlung, kl. 8°.) S. 260.