BLKÖ:Windisch, Leopold von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 56 (1888), ab Seite: 297. (Quelle)
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3. Leopold von Windisch (geb. zu Grußbach in Mähren 25. März 1765, gest. in Pesth 31. Jänner 1842). Der Sohn eines Güterdirectors verlor er, kaum drei Jahre alt, die Eltern. Graf Grundacker, in dessen Diensten der Vater gestanden, sorgte nun für des Knaben Erziehung. Derselbe studirte in Brünn, besuchte dann die medicinisch-chirurgische Joseph-Akademie in Wien und wurde nach drei Jahren als Unterarzt in ein kaiserliches Infanterie-Regiment und mit diesem nach Belgien commandirt, wo eben die Unruhen ausgebrochen waren. Mit Beginn des Türkenkrieges 1789 als Oberarzt in den Feldspitälern der Armee angestellt, kehrte er nach dem Friedensschlusse zur Fortsetzung seiner Studien in die Joseph-Akademie zurück und promovirte 1794 an der Pesther Hochschule zum Doctor der Chirurgie, 1797 zum Doctor der Medicin. In letzterem Jahre und 1800 begleitete er die Insurrectionstruppen des Neutraer Comitates als Regimentsarzt ins Feld, leitete 1809 mehrere Insurrectionsspitäler als Stabsarzt, wurde dann zum zweiten, später zum ersten Comitatsphysicus ernannt und für seine Verdienste im ärztlichen Berufe 1824 in den ungarischen [298] Adelstand erhoben. 1825 erfolgte vom Pesther Stadtmagistrate seine Ernennung zum ersten Stadtphysicus und Director des städtischen Krankenhauses. In dieser Stellung wandelte er das in Verfall gerathene Krankenhaus m eine Wohlthätigkeits- und Humanitätsanstalt um und erhielt in Anerkennung seiner Verdienste um die leidende Menschheit den Titel eines königlichen Rathes. Im Druck erschien von ihm eine „Gründliche Darstellung der Einrichtung des bürgerlichen Krankenhauses in der königl. Freistadt Pesth“ (Pesth 1829, 8°.). [Pesther gemeinnützige Blätter zur Belehrung und Unterhaltung, 1842, Nr. 11.] –