BLKÖ:Windisch, die Adelsfamilie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Windisch
Band: 56 (1888), ab Seite: 298. (Quelle)
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4. Ueber eine alte zu Oesterreich in nahen Beziehungen stehende Adelsfamilie Windisch berichtet Zedler im 57. Bande seines Universal-Lexikons aus einer Handschrift manches Bemerkenswerthe. Die Familie Windisch stammt ursprünglich aus der Oberpfalz, kam aber unter Kaiser Albrechts I. ältestem Sohne, unter Rudolf, nachmaligem Könige von Böhmen, und zwar dem Dritten dieses Namens, nach Böhmen. Ein Rudolf Windisch wurde dort kaiserlicher Feldhauptmann, wohnte als solcher im böhmischen Kriege der Belagerung von Horaszdiz bei und diente dann 1311 unter Kaiser Heinrich gegen Robert König von Neapel. Kaiser Albrecht I. erhob ihn am 2. März 1300 in den Adelstand. Rudolf Windisch starb in Böhmen und ist in Kuttenberg begraben. – Sein Sohn Heinrich stand auch in böhmischen Kriegsdiensten und focht 1322 in der Schlacht bei Mühldorf. – Heinrichs Enkel Nicolaus, war Hauptmann unter König Wenzel, der den Schuldlosen in einem seiner Wuthanfälle mit mehreren Säbelstichen tödtete. – Der Sohn dieses Opfers der königlichen Wuth, Rudolf, kam unter König Siegmund nach Ungarn als Feldhauptmann und wurde dann Stuhlhauptmann zu Oedenburg (wie Zedler schreibt Edinburg). Ein Gelehrter seiner Zeit, begleitete er den Kaiser Siegmund nach Constanz zum Concil, später nach Spanien, kämpfte im Husitenkriege und leitete wiederholt diplomatische Verhandlungen. Da man ihn beschuldigte, die böhmischen Stände vornehmlich zur Wahl Albrechts V. zum Könige von Böhmen überredet zu haben, mußte er vor den Verfolgungen seiner Widersacher flüchten und begab sich nach Stockholm, wo er 1440 starb. Seine Nachkommen blieben nun längere Zeit in Schweden, bis einer seiner Urenkel, wieder ein Rudolf, wegen der in Schweden herrschenden Wirren dasselbe verließ und in die Dienste Kaiser Karls V. trat, in dessen Heeren er als Feldhauptmann in Italien Frankreich und anderen Ländern so tapfer sich erwies, daß ihm nicht nur das alte adelige Wappen bestätigt, sondern auch wesentlich vermehrt wurde. Er fiel bei der Belagerung von Metz. – Sein Sohn Karl, der unter Ferdinand I. im Jahre 1558 Trabantenhauptmann war, fand bei Szathmár im Türkenkriege, sein Enkel Rudolf als kaiserlicher Oberst bei der Belagerung Kanizsas durch die Türken 1600 den Soldatentod. – Rudolfs Sohn Sebastian zog, um seine Vermögensrechte an Ort und Stelle zur Geltung zu bringen, nach Schweden und blieb daselbst. Sein Sohn Christian aber verließ der Religion wegen wieder dieses Land und trat unter Kaiser Ferdinand II. in Kriegsdienste. Als Oberstwachtmeister 1632 zugleich mit seinem Sohne Zacharias von den Schweden gefangen genommen, wurde er mit „schwedischen Träncken“ zu Tode gemartert und in Weyden in der Oberpfalz begraben. Der Sohn ward gerettet und machte in der Pfalz Neuburg sich seßhaft. Seine Nachkommen standen in pfälzischen Diensten. Da die Windisch zu öfteren Malen in Ungarn gewesen, ist es immerhin möglich, daß die später daselbst vorkommenden Windisch, deren einiger hier näher Erwähnung geschah, von der obigen Familie abstammen.